Die Luftfahrtbranche wird sich nach Einschätzung ihres Weltverbandes innerhalb von zwei Jahren und damit schneller als erwartet von der jüngsten Krise erholen und blickt bereits mit “vorsichtigen Optimismus” auf die erwartete Verlustsituation in diesem Jahr.

BERLIN (Dow Jones/rm). “Die Erholung der Luftfahrtbranche wird wahrscheinlich zwei Jahre dauern”, sagte der Director General und CEO der International Air Transport Association (IATA), Giovanni Bisignani, bei einer Pressekonferenz in Berlin. Hierfür gebe es “sehr, sehr klare Anzeichen”, betonte er und verwies auf deutliche Zunahmen von Luftverkehr und Frachtaufkommen. Allerdings seien in diesem und im nächsten Jahr noch Verluste für die Branche zu erwarten, machte er klar.

“Der Trend zu starkem Verkehrswachstum, der vor dem Ausbruch des isländischen Vulkans zu beobachten war, lässt uns positiver in die Zukunft blicken”, betonte er aber. Die weltwirtschaftliche Erholung erfolge schneller als erwartet. “Es ist endlich Zeit für vorsichtigen Optimismus”, betonte er.

Am Montag werde der Weltluftfahrtverband eine neue Ertragsprognose für die Branche vorlegen, nachdem er den für 2010 erwarteten Verlust im März bereits auf 2,5 Mrd USD halbiert habe, kündigte Bisignani in der Pressekonferenz vier Tage vor Beginn des Annual General Meetings der Branche und des World Air Transport Summit in Berlin an.

Zu der Veranstaltung würden vom 6. bis 8. Juni rund 600 Führungskräfte aus der Luftfahrt erwartet. “Wir treffen uns in Berlin, während die Branche sich von der Finanzkrise und einem turbulenten Jahrzehnt voller Schocks und wirtschaftlicher Schwankungen erholt”, konstatierte er.

Neben den Prognosen für die Entwicklung der Luftfahrtsituation, die bei der Veranstaltung Teil von Bisignanis Rede zur aktuellen Branchensituation sein würden, solle unter anderem über eine Strategie der Industrie zum Klimawandel, eine Steigerung der Rentabilität durch Konsolidierung und unternehmerische Freiheit, effektive und abgestimmte Maßnahmen zu Sicherheitsbestimmungen sowie eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Industrie und Regierungen gesprochen werden.

“Grenzübergreifende Konsolidierung ist das, was wir brauchen”, forderte Bisignani. “Wir haben zu viele Airlines, über 1.000″, beklagte er. Den Regierungen müsse klar gemacht werden, dass die Branche die Freiheit hierzu benötige. Kritik übte Bisignani zudem an der Rolle der europäischen Politik in der Aschekrise. Regierungen und EU-Kommission hätten zunächst “nicht verstanden, was passiert”, meinte er.