Anlässlich des Machtkampfs zwischen Paris und Renault-Aktionären findet offenbar noch am

Anlässlich des Machtkampfs zwischen Paris und Renault-Aktionären findet offenbar noch am Donnerstagnachmittag eine Krisensitzung des französischen Autobauers statt. - Bild: Renault

Auf der Agenda steht einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zufolge der Plan des französischen Staates, sich bei der am 30. April anstehenden Hauptversammlung ein Doppelstimmrecht zu sichern.

Vor gut einer Woche hatte Paris angekündigt, den Anteil Frankreichs um 4,73 Prozent auf knapp 20 Prozent zu erhöhen, um so den Einfluss auf das Traditionsunternehmen zu bewahren. Bei der Hauptversammlung will der französische Staat dann sein größeres Gewicht in die Waagschale werfen und gegen einen Antrag stimmen, das einfache Stimmrecht beizubehalten. Der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron sagte, der Staat werde nach der Hauptversammlung seinen Anteil wieder auf 15 Prozent senken.

Regierung will Anteil aufstocken

Die Anteilsaufstockung, für die Paris 1,23 Milliarden Euro auf den Tisch legen will, sei “ein Schock” gewesen, der jeden im Aufsichtsrat von Renault überrascht habe, sagte die Gewährsperson.

Hintergrund des Streits ist das im Vorjahr verabschiedete Gesetz Loi Florange, das Investoren ein doppeltes Stimmrecht einräumt, die Aktien im eigenen Namen erwerben und diese mindestens zwei Jahre lang halten. Das Gesetz kann außer Kraft gesetzt werden, wenn die Aktionäre eines Unternehmens bei einer Hauptversammlung den Beschluss fassen, alle Anteilseigner nach dem Prinzip “one share, one vote” mit dem gleichen Stimmrecht auszustatten.

Der Schritt der französischen Regierung sei ein Ärgernis für Renault-Partner Nissan, der 15 Prozent der Anteile an Renault besitzt und kein Stimmrecht hat, sagte der Insider. Die Renault SA indes hält einen Anteil von 43,4 Prozent mit vollen Stimmrechten an dem japanischen Autobauer Nissan.

Von Analysten und aus dem Umfeld von Renault war übereinstimmend zu hören, dass der Anteil von 20 Prozent für die Regierung angesichts der niedrigen Beteiligungsquote bei vergangenen Abstimmungen ausreichend sein dürfte, um den Antrag auf Beibehaltung des einfachen Stimmrechts bei der Hauptversammlung zu kippen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke