MAN-Aktionäre sollen eine höhere Barabfindung bekommen, wenn sie ihre Anteilsscheine abtreten. -

MAN-Aktionäre sollen eine höhere Barabfindung bekommen, wenn sie ihre Anteilsscheine abtreten. - Bild: MAN

Vertraglich festgesetzte Barabfindung ist “unangemessen”: MAN-Aktionäre sollen eine höhere Barabfindung bekommen, wenn sie ihre Anteilsscheine abtreten.

Das entschied das Landgericht München im Spruchverfahren um die Angemessenheit der Höhe der Barabfindung und des Ausgleichs im Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen MAN und der Tochtergesellschaft von Volkswagen.

Der Beschluss ist jedoch nicht rechtskräftig. Die Parteien können Beschwerde einlegen.

Demnach sollen die Aktionäre, die ihre Anteilsscheine abgeben, eine Barabfindung von 90,29 Euro pro Anteilsschein bekommen, anstatt der von Volkswagen über die Tochtergesellschaft Truck&Bus GmbH angebotenen 80,89 Euro. Der Ausgleich, also die sogenannte Garantiedividende für im Unternehmen verbleibende Aktionäre, soll hingegen bei 3,30 Euro brutto gleich bleiben.

Die auf Spruchverfahren spezialisierte Handelskammer am Münchner Landgericht I habe die vertraglich festgesetzte Barabfindung für “unangemessen” erachtet und sie daher erhöht. Zwar habe das Gericht die Planannahmen für die Zukunft der Gesellschaft als nachvollziehbar gesehen, jedoch korrigierte es bei der Abzinsung für künftig erzielte Überschüsse den angesetzten Risikozuschlag von 5,5 Prozent auf 5,0 Prozent.

Auf der MAN-Hauptversammlung im Juni 2013 hatten die MAN-Aktionäre dem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit VW zugestimmt. Da VW damals allerdings schon mehr als 75 Prozent der Stimmrechte inne hatte, war die Entscheidung eine reine Formalität. Auf dem Aktionärstreffen waren damals diverse Juristen, die ihrem Unmut über das Abfindungsangebot von 80,89 Euro je Aktie Luft machten, denn das Angebot lag unter dem damaligen Börsenkurs.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke