Joachim Drees MAN

Joachim Drees: "Europa ist der Markt, auf den sich derzeit alle stürzen. Die Wettbewerbsintensität ist enorm hoch." - Bild: MAN

"Der Absatz in Europa wird im zweiten Halbjahr nur noch auf Vorjahresniveau bleiben", sagte der Manager im Gespräch mit Dow Jones Newswires.

Das liege auch an der Basis des Vorjahres, als die Verkäufe in der zweiten Jahreshälfte angezogen hätten, sagte Drees. Dennoch ist Europa nach Meinung des Managers derzeit der wichtigste Markt für die Hersteller der Branche, auch weil es in großen Märkten wie Brasilien und Russland seit geraumer Zeit schlecht laufe.

"Erstes Halbjahr bei Truck & Bus "gut" gelaufen"

"Europa ist der Markt, auf den sich derzeit alle stürzen", sagte Drees. Deshalb gebe es jedoch auch Unsicherheiten. "Die Wettbewerbsintensität ist enorm hoch", sagte der Manager. Für MAN Truck & Bus, also das europäische Nutzfahrzeuggeschäft, sei das erste Halbjahr jedoch "gut" gelaufen, sagte er. Details zum ersten Halbjahr wird MAN am 29. Juli bekanntgeben.

MAN hatte der europäischen Nutzfahrzeug-Sparte im vergangenen Jahr ein Spar- und Restrukturierungsprogramm auferlegt. Dadurch entfallen rund 1.800 Stellen, die Aufgaben mehrerer Werke werden neu organisiert. Die Umsetzung des Programms entwickele sich gut, bekräftigte Drees vorangegangene Aussagen. Auch in den Zahlen zeigen sich offenbar schon erste positive Signale. "Wir merken, dass wir dadurch in der Profitabilität deutlich vorankommen", sagte der Manager, ohne weitere Details zu nennen.

Positiver als zuvor blickt der Lkw-Manager auf den brasilianischen Nutzfahrzeugmarkt. Der war im vergangenen Jahr zweistellig eingebrochen, auch in diesem Jahr waren die Verkäufe noch einmal deutlich gesunken. Drees spricht nun jedoch von einer Bodenbildung. Weiter bergab werde es seiner Meinung nach nicht mehr gehen, sondern eher seitwärts. Eine deutliche Besserung sieht der Manager jedoch erst im zweiten Halbjahr nächsten Jahres, ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Während im guten Jahr 2013 auf dem brasilianischen Lkw- und Busmarkt 180.000 Fahrzeuge abgesetzt worden seien, werde der Markt im nächsten Jahr wohl etwa 65.000 verkaufte Fahrzeuge erreichen.