MAN, Standort München

Die neue Fahrerhauslackierung ist 150 Meter lang und 30 Meter hoch. - Bild: MAN

Das erklärte der Münchner Nutzfahrzeughersteller auf einer Presseveranstaltung. Mit der neuen Fahrerhaus-Lackiererei und dem neuen Zentralbau im MAN-Entwicklungszentrum werden die Investitionen des Nutzfahrzeugherstellers in sein Münchener Stammwerk weithin sichtbar.

Im Rahmen seines Zukunftsprogramms hatte das Unternehmen Effizienzsteigerungen in allen Unternehmensbereichen vorgenommen, gleichzeitig aber auch das internationale Produktionsnetzwerk neu geordnet. In der Folge erhielt jeder Standort ein klares, eigenständiges Profil.

Dies war mit einem hohen Mitteleinsatz für die Modernisierung und Kapazitätsanpassungen an den jeweiligen Standorten verbunden. Bis 2020 wird der Nutzfahrzeughersteller rund 2,4 Milliarden Euro in die Modernisierung seiner Unternehmensstandorte investiert haben.

Allein in München nimmt das Unternehmen von 2015 bis 2020 rund 1,1 Milliarden Euro in die Hand, um sein Stammwerk, in dem schwere Lkw produziert werden, fit für die Zukunft zu machen. Neben einem neuen Blockheizkraftwerk und weiteren Projekten wie der Erweiterung des Karosseriebaus wurde unter Beisein von Münchens Zweitem Bürgermeister Josef Schmid jetzt die Lackieranlage in Betrieb genommen.

"Freue ich mich, dass die Fahrerhaus-Lackiererei plangemäß anläuft"

„Die große Halle der neuen Grundlackstraße steht symbolhaft für alle Maßnahmen, die wir hier in München in den letzten Jahren angestoßen haben. Während der Bauphase spiegelte sie mit all den Kränen und Gerüsten die Aufbruchsstimmung und die Zukunftsorientierung unseres Unternehmens wider. Der Bau selbst war eine logistische Meisterleistung. Nun freue ich mich, dass die Fahrerhaus-Lackiererei plangemäß anläuft und einen großen Beitrag zum Umweltschutz hier am Standort leistet“, sagt Joachim Drees, Mitglied des Vorstands von MAN Truck & Bus und MAN SE.

„Die großen Veränderungen am Standort München zu sehen, ist ein Traum. Wir als Belegschaft haben viele Jahre dafür gekämpft, in modernen Anlagen arbeiten zu dürfen. Die neue Lackieranlage sichert die Zukunft von 1500 Arbeitsplätzen am Standort – in der Fahrerhausproduktion ebenso wie in der Verwaltung. Der Neubau im Entwicklungszentrum schafft unseren Ingenieuren, Konstrukteuren und Versuchstechnikern endlich die richtigen Rahmenbedingungen für ihre Arbeit. Die Investitionen sichern die Zukunft der Belegschaft und der Marke MAN. Diese ist mit dem Neubau eindrucksvoll gestärkt“, sagt Saki Stimoniaris, Vorsitzender des Betriebsrats.

Josef Schmid, Zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt München, freut sich: „Der Wirtschaftsstandort München lebt von seiner einzigartigen Vielfalt. Für die Industrie in München ist MAN von zentraler Bedeutung. Mit den großen Investitionen bekennt sich MAN nachhaltig zum Standort München. Das zeigt, wie attraktiv München für große Unternehmen ist.“

Modernste Fahrerhaus-Lackiererei Europas geht in Betrieb

Die Halle der Fahrerhaus-Lackiererei ragt mit ihren fünf Ebenen und 18.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche auf 150 Metern Länge rund 30 Meter in den Himmel. Das Investitionsvolumen beträgt rund 85 Millionen Euro.

Der hocheffiziente Lackierprozess in der neuen Halle besteht aus Vorbehandlung, kathodischer Tauchlackierungsbeschichtung im Rotationsverfahren, Nahtabdichtung und Füller-Applikation. 

Beim Tauchlackieren im Rotationsverfahren kann der Einsatz von Verbrauchsmaterial und Chemikalien durch modernste Anlagentechnik erheblich reduziert werden. Zudem werden durch die sehr wirksame Abluftreinigung die Partikelmenge in der Abluft um 90 Prozent und der Wasserverbrauch um 80 Prozent reduziert.

Des Weiteren kann MAN durch die innovativen und ressourcenschonenden Technologien die Emissionen der betroffenen Prozesse um die Hälfte reduzieren, den Lackverbrauch um 15 Prozent senken und den Energieverbrauch um bis zu 25 Prozent verringern.

Durch die Ausstattung der neuen Anlagen mit den modernsten Umwelttechnologien unterstützt die neue Lackiererei signifikant den Weg zu einer „Grünen Fabrik“. Dazu trägt auch die rund 6000 Quadratmeter große Grünfläche auf dem Dach des Gebäudes bei. Es wurden 56 tragende Betonstützen mit einem Gewicht von je 50 Tonnen verbaut. Insgesamt waren zur Errichtung der Anlage 28 000 Tonnen Beton und 6 800 Tonnen Stahl nötig.

MAN-Entwicklungszentrum nimmt Gestalt an

Nicht nur im Produktions- auch im Forschungs- und Entwicklungsbereich führt MAN Truck & Bus ein großes Bauprojekt in München Allach durch. Der zentrale Neubau des MAN-Entwicklungszentrums, das im Januar 2018 eröffnet werden soll und rund 90 Millionen Euro kostet, liegt innerhalb der Teststrecke 1 und stellt eine ideale Umgebung für die zunehmend komplexe Entwicklungsarbeit sicher.

„Alternative Antriebe, wie beispielsweise die Elektromobilität, spielen eine immer wichtigere Rolle im Nutzfahrzeugbau. Gleichzeitig werden unsere sauberen Verbrennungsmotoren noch lange gebraucht – etwa im Fernverkehr. Das bedeutet, dass wir alternative und konventionelle Antriebstechnologien parallel entwickeln. Dazu brauchen wir einerseits die nötigen finanziellen Mittel sowie top-motivierte und ausgebildete Mitarbeiter, andererseits aber schlicht und ergreifend den nötigen Platz. Das neue MAN-Entwicklungszentrum setzt Maßstäbe in diesem Bereich – was die technische Ausstattung und die Auslegung auf moderne Arbeitsweisen angeht“, sagt Drees.

Rund 360 Ingenieure werden im neuen Entwicklungszentrum an den Lkw und Bussen der Zukunft arbeiten, 100 weitere Mitarbeiter im Werkstattbereich. In dem 33.000 Quadratmeter großen Gebäude entstehen beispielsweise Prototypen, die mithilfe modernster Rapid-Prototyping-Verfahren wie dem 3D-Druck gefertigt werden.

Auf Triebstrangprüfständen können Elektroantriebe auf Herz und Nieren getestet werden, in der Abteilung für Umweltsimulation lassen sich die Auswirkungen von Wind und Wetter auf unterschiedlichste Bus- und Lkw-Bauteile nachempfinden, ein weiterer Bereich untersucht das Zusammenspiel unterschiedlicher Steuergeräte.

Der nächste Bauabschnitt ist schon in Planung und wird direkt nach Fertigstellung des ersten Gebäudeteils begonnen werden. Hauptbestandteil wird ein spezieller Rollenprüfstand sein, mit dem MAN-Ingenieure die Geräuscheigenschaften von Antriebsaggregaten und kompletten Fahrzeugen untersuchen.

Ladestationen für Lkw und Busse

Die Architektur des Neubaus ist einzigartig. Um die Wege kurz zu halten und die in Produktionswerken immer kostbare Fläche ideal zu nutzen, wurde in die Höhe gebaut und alle fünf Ebenen ideal miteinander verbunden. Ermöglicht wurde dies durch eine intelligente Wegeführung und den weltweit ersten Aufzug für Lkw und Busse. Er ist 14 Meter lang und verfügt über eine Traglast von 15 Tonnen.

Über das Gebäude verteilte Ladepunkte und Schnellladestationen sorgen dafür, dass elektrisch angetriebene Lkw und Busse schnell und flexibel aufgeladen werden können. Im neuen Zentralgebäude des MAN Entwicklungszentrums werden Abteilungen, die heute über das Allacher Werksgelände und mehrere Außenstandorte verstreut sind, zusammengeführt.

Damit sind ein schneller und effizienter Austausch sowie das reibungslose Zusammenspiel verschiedener Forschungs- und Entwicklungsprojekte optimal gewährleistet. Die Open-Space-Büroflächen mit verschiedenen Besprechungsinseln sind von vorne herein auf neue Arbeitsmethoden des Agilen Projektmanagements wie Scrum ausgelegt.

  • MAN testet im hohen Norden unter anderem wie sich ein Truck auf Eis und Schnee verhält. - Bild: MAN

    MAN testet im hohen Norden unter anderem wie sich ein Truck auf Eis und Schnee verhält. - Bild: MAN

  • Ein MAN-Truck kämpft sich einen verschneiten Anstieg hoch. - Bild: MAN

    Ein MAN-Truck kämpft sich einen verschneiten Anstieg hoch. - Bild: MAN

  • Die MAN-Entwickler checken, wie sich die Fahrzeugsysteme bei Schnee und Kälte verhalten. - Bild: MAN

    Die MAN-Entwickler checken, wie sich die Fahrzeugsysteme bei Schnee und Kälte verhalten. - Bild: MAN

  • Schöner Nebeneffekt des Testens: Die MAN-Entwickler erleben die spektakuläre Landschaft Skandinaviens. - Bild: MAN

    Schöner Nebeneffekt des Testens: Die MAN-Entwickler erleben die spektakuläre Landschaft Skandinaviens. - Bild: MAN

  • MAN testet im hohen Norden längs- und querdynamische Systeme. - Bild: MAN

    MAN testet im hohen Norden längs- und querdynamische Systeme. - Bild: MAN

  • Unter einem schier endlosen Himmel testen die MAN-Entwickler. - Bild: MAN

    Unter einem schier endlosen Himmel testen die MAN-Entwickler. - Bild: MAN

  • Insgesamt spulten alle 47 Testfahrzeuge letzten Winter zusammen eine halbe Millionen Erprobungs-Kilometer im hohen Norden ab. - Bild: MAN

    Insgesamt spulten alle 47 Testfahrzeuge letzten Winter zusammen eine halbe Millionen Erprobungs-Kilometer im hohen Norden ab. - Bild: MAN

  • Die Trucks auf Schnee und Eis zu bewegen, erfordert großes Können. - Bild: MAN

    Die Trucks auf Schnee und Eis zu bewegen, erfordert großes Können. - Bild: MAN

  • Ungefähr ein Drittel der Erprobungsfahrten spulen die MAN’ler auf dem Testgelände ab, den Rest auf öffentlichen Straßen. - Bild: MAN

    Ungefähr ein Drittel der Erprobungsfahrten spulen die MAN’ler auf dem Testgelände ab, den Rest auf öffentlichen Straßen. - Bild: MAN

  • Trotz der harten Bedingungen ist es für MAN kein Problem, Mitarbeiter für die Wintertests zu finden. - Bild: MAN

    Trotz der harten Bedingungen ist es für MAN kein Problem, Mitarbeiter für die Wintertests zu finden. - Bild: MAN

  • Wenn noch kältere Temperaturen für die Tests gebraucht werden, fahren die Entwickler die Trucks und Busse in die Kältekammer. - Bild: MAN

    Wenn noch kältere Temperaturen für die Tests gebraucht werden, fahren die Entwickler die Trucks und Busse in die Kältekammer. - Bild: MAN

  • Manchmal ist bei den Wintertests auch Körpereinsatz gefragt. - Bild: MAN

    Manchmal ist bei den Wintertests auch Körpereinsatz gefragt. - Bild: MAN

  • MAN fährt in Lappland viele Tests auch auf öffentlichen Straßen. - Bild: MAN

    MAN fährt in Lappland viele Tests auch auf öffentlichen Straßen. - Bild: MAN

  • Eine zehn bis 15 Zentimeter dicke Schnee- und Eisschicht bedeckt stets den Asphalt. - Bild: MAN

    Eine zehn bis 15 Zentimeter dicke Schnee- und Eisschicht bedeckt stets den Asphalt. - Bild: MAN

  • Teilweise können die MAN-Tester mehr als 20 Jahre Wintertest-Erfahrung vorweisen. - Bild: MAN

    Teilweise können die MAN-Tester mehr als 20 Jahre Wintertest-Erfahrung vorweisen. - Bild: MAN

  • Die Straßen im hohen Norden sind teilweise spiegelglatt. - Bild: MAN

    Die Straßen im hohen Norden sind teilweise spiegelglatt. - Bild: MAN

  • So sieht Streckenpflege im hohen Norden aus. - Bild: MAN

    So sieht Streckenpflege im hohen Norden aus. - Bild: MAN

  • Rainer Miksch ist seit 27 Jahren bei MAN Truck & Bus tätig, zunächst in der Konstruktion, dann verantwortlich für Vorläuferbau und seit 15 Jahre als Leiter der Erprobung. - Bild: MAN

    Rainer Miksch ist seit 27 Jahren bei MAN Truck & Bus tätig, zunächst in der Konstruktion, dann verantwortlich für Vorläuferbau und seit 15 Jahre als Leiter der Erprobung. - Bild: MAN

  • Begegnungen mit Rentieren oder Elchen sind im hohen Norden nicht ausgeschlossen. - Bild: Pixabay

    Begegnungen mit Rentieren oder Elchen sind im hohen Norden nicht ausgeschlossen. - Bild: Pixabay