Werkshalle von Renk: MAN sieht derzeit keine Anzeichen, dass es bei seiner Tochter Renk zu

Werkshalle von Renk: MAN sieht derzeit keine Anzeichen, dass es bei seiner Tochter Renk zu Unregelmäßigkeiten bei Auftragsvergaben in der Zusammenarbeit mit dem koreanischen Partner Ubmtec gekommen ist (Bild: Renk).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Die Vorgänge seien zwar schon geprüft worden, würden aktuell allerdings noch einmal intensiver unter die Lupe genommen, sagte MAN-Finanzvorstand Frank Lutz am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Die Firma des Koreaners, Ubmtec, vertreibt Schiffsgetriebe für Renk. Lutz erklärte, dass das im Geschäft mit Ubmtec generierte Umsatzvolumen im “sehr kleinen einstelligen Millionenbereich” liege.

Chung Eui Sung steht im Mittelpunkt der Compliance-Untersuchungen beim Motorenhersteller Tognum. Der Koreaner arbeitete als Mittelsmann in Asien für die Friedrichshafener. Da Unregelmäßigkeiten im dortigen Geschäft aufgefallen waren, ermittelt mittlerweile die Staatsanwaltschaft. Der lange Jahre für das Asien-Geschäft verantwortliche Tognum-Vorstand wurde Ende vergangener Woche von seinen Aufgaben entbunden.

Am Sonntag hatte auch Thyssen-Krupp eingestanden, die Geschäftsbeziehungen zu Ubmtec zu untersuchen. Chung Eui Sung ist für die Kieler Werft-Tochter HDW aktiv. Auch die MAN-Tochter Renk kündigte zu Beginn dieser Woche an, die Beziehungen unter die Lupe nehmen zu wollen.

MAN hält gut drei Viertel der Anteile an Renk. Der Hersteller von Spezialgetrieben, Antriebstechnikkomponenten und Prüfsystemen produziert an drei Standorten in Deutschland sowie in Frankreich und den USA. In den ersten neun Monaten 2011 erwirtschaftete Renk mit 1.950 Mitarbeitern einen Umsatz von 265 Mio Euro und ein operatives Ergebnis von 34 Mio Euro. Ein Gros des Geschäfts macht das 1873 in Augsburg gegründete Unternehmen im Ausland.