MÜNCHEN (Dow Jones/rm). “Es gibt wieder mehr Bestellungen”, sagte Klaus Stahlmann, Vorstand der MAN SE und Vorstandssprecher der Sparte MAN Diesel & Turbo, der Zeitung “Die Welt” (Montagsausgabe). Der Auftragseingang werde im laufenden Jahr “auf jeden Fall über 3 Mrd EUR” liegen, nach 2,9 Mrd EUR 2009. Den Umsatz sieht der Manager demnach etwa auf dem Niveau des Vorjahres von rund 3,8 Mrd EUR.

Diesel & Turbo, das zweite Standbein von MAN neben Nutzfahrzeugen, dürfte von neuen Kraftwerksprojekten in Schwellenländern wie China oder Brasilien profitieren. Der Markt für Turbinen habe sich “deutlich erholt”, so Stahlmann. In Brasilien wolle sich die Sparte “auf jeden Fall verstärken” und ziehe einen Zukauf oder den Bau eines eigenen Werkes im Erwägung. Das Geschäft mit Schiffsmotoren bleibe dagegen schwierig. Hier gebe es nach wie vor Überkapazitäten und die Frachtraten nähmen nur langsam wieder zu.

Die MAN SE hatte Anfang des Jahres ihre Sparten Turbo und Diesel fusioniert und dabei ein zusätzliches Geschäftspotential durch gemeinsame Aufträge von 100 Mio EUR angepeilt. Dieses Ziel sei “absolut realistisch”, so Stahlmann. Der Konzern hatte angekündigt, durch die Fusion bis 2015 rund 60 Mio EUR an Kosten einzusparen. “Wir werden sogar mehr erreichen, und das wohl auch schon früher,” sagte Stahlmann jetzt der Zeitung. Zudem trat er Spekulationen entgegen, dass die Sparte Turbo & Diesel abgespalten werden solle. Es sei nicht sinnvoll für MAN, das zweite Standbein aufzugeben. Ein MAN-Sprecher bestätigte am Sonntag den Bericht.