BERLIN (Dow Jones/Welt am Sonntag/rm) “Wer heute die Herausforderungen der Globalisierung stemmen will, ist deutlich stärker, wenn er sowohl bei der Technologie als auch beim Einkauf zusammenarbeitet”, sagte der Manager der “Welt am Sonntag” (WamS). “Wir suchen dafür einen starken Partner; für MAN ist Scania der beste Partner”, sagte Pachta-Reyhofen.

Volkswagen hält rund 30% an dem Münchener Nutzfahrzeugbauer MAN und die Aktienmehrheit an Scania. Im Gespräch ist eine Fusion der beiden Lkw-Hersteller, die dann unter das Dach von VW schlüpfen könnten, so die Zeitung. Das Synergiepotenzial hängt, so Pachta-Reyhofen, auch davon ab, ob man nur kooperiere oder beide Unternehmen kombiniere.

“Fest steht, dass es gesetzliche Beschränkungen für die Zusammenarbeit gibt. Zum einen kartellrechtliche, da sich schnell die Frage der Marktmacht stellt, wenn Scania und wir gemeinsam Teile einkaufen wollen. Zum anderen aktienrechtliche, da wir ja auch Scania-Aktionär sind.”

“Es darf keinen Sieger oder Verlierer geben, das würde nicht funktionieren”, führte Pachta-Reyhofen aus. “Das hat 2006 gezeigt, als wir Scania übernehmen wollten, umgekehrt würde es auch nicht gut gehen und würde nur Werte vernichten. Wir müssen auf Augenhöhe kooperieren.”

Für 2010 rechnet MAN mit einem deutlichen Gewinnplus. “In diesem Jahr werden wir einen operativen Gewinn von rund 1 Mrd EUR erzielen”, sagte Pachta-Reyhofen. 2009 hatte MAN noch 504 Mio EUR erwirtschaftet. Bei Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal im Oktober hatte MAN die Prognose für 2010 angehoben und dabei auf Gesamtjahressicht ein Plus beim Auftragseingang um mindestens 45% und beim Umsatz um mehr als 20% vorhergesagt sowie eine Rendite auf dem Niveau der ersten neun Monate von 6,9% prognostiziert.

“Im kommenden Jahr werden Auftragseingang und Umsatz weiter steigen. 2011 wird ein gutes Jahr, und zwar nicht nur für unsere Lkw und Busse, sondern auch für die Diesel & Turbo-Sparte, also für Großmotoren in Schiffen und Kraftwerken”, fügte der Manager im Gespräch mit der Zeitung hinzu.