HANNOVER (Dow Jones/ks)–Dank des anhaltenden Booms in Brasilien und der Erholung des Geschäfts in Europa wollen die Münchener bis Jahresende 115.000 bis 120.000 Lkw und Busse verkaufen, sagte Finanzvorstand Frank Lutz am Dienstag auf der Nutzfahrzeugmesse in Hannover. “Das ist ein absoluter Rekordwert”, sagte er. Ursprünglich hatte der DAX-Konzern nur rund 100.000 verkaufte Nutzfahrzeuge für möglich gehalten.

Damit sei die bisherige Prognose zu konservativ, räumte der Finanzvorstand ein. “Wir werden uns beim Umsatz nun in Richtung 15 Mrd Euro bewegen.” Im vergangenen Jahr hatten die Münchener 12 Mrd Euro eingenommen. Dieser Aufwärtstrend wird sich nach Einschätzung der MAN SE auch im kommenden Jahr fortsetzen.

In Puncto Profitabilität dürfte die bisher angepeilte Umsatzrendite von 6% das untere Ende der Erwartungen markieren, ergänzte Lutz. Im Gesamtjahr 2009 hatte die Marge bei 4,2% gelegen. Doch selbst damit würde MAN noch weit hinter den Rekordwerten von 2008 zurückliegen: In dem Boomjahr hatte das Unternehmen eine Umsatzrendite von 11,6% erreicht.

MAN setzt verstärkt auf Wachstumsmärkte wie Südamerika und China. In diesem Zusammenhang steht nicht nur die Beteiligung an Sinotruk, sondern auch die Übernahme des Lateinamerikageschäfts von Großaktionär Volkswagen Anfang 2009. Zudem betreiben die Münchener seit 2006 in Indien ein Gemeinschaftsunternehmen mit Force Motors.

Mit dem chinesischen Partner Sinotruk will MAN ab dem kommenden Jahr eine gemeinsame Lkw-Reihe bauen. Das für schlechte Straßen und extreme klimatische Bedingungen konzipierte Modell zielt vor allem auf Wachstumsmärkte in Asien, dem Mittleren Osten, Russland und Afrika.

Die Münchener hatten sich im vergangenen Jahr für gut eine halbe Mrd Euro mit 25% plus einer Aktie bei den Chinesen eingekauft, um auf dem boomenden Markt Fuß zu fassen. Eine mögliche Aufstockung des Anteils hatte MAN nicht ausgeschlossen.