Beim Druckmaschinenhersteller Manroland stehen 6600 Arbeitsplätze auf dem Spiel (Bild: Manroland).

Beim Druckmaschinenhersteller Manroland stehen 6600 Arbeitsplätze auf dem Spiel (Bild: Manroland).

AUGSBURG (Dow Jones/ks)–Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass die Manroland-Eigner Allianz und MAN Optionen für den angeschlagenen Druckmaschinenhersteller sondieren. Dabei sollen sie auch mit einem potenziellen strategischen Investor verhandelt haben. Manroland schreibt rote Zahlen. Von der durch die Wirtschaftskrise 2008 ausgelösten Rezession hat sich der Konzern wie seine Konkurrenten Heidelberger Druck oder Koenig & Bauer trotz Stellenabbau und Restrukturierungsprogramm noch nicht wieder erholt.

Zart sprießende Hoffnungen auf bessere Geschäfte, die im Sommer in der Branche noch vorherrschten, wurden bereits im Herbst durch das sich eintrübende konjunkturelle Umfeld wieder zunichte gemacht. Die großen Drei mussten von ihren Ergebniszielen für das laufende Jahr Abstand nehmen.

Dabei sind es auch strukturelle Sorgen, welche die Branche umtreiben. Der zunehmend wichtiger werdende Digitaldruck sowie das für die Werbe- und Zeitungslandschaft immer mehr an Bedeutung gewinnende Internet sorgt für Einbußen im klassischen Rollen- und Bogendruckmaschinengeschäft. Vor allem im Geschäft mit Rollendruckmaschinen, die im Zeitungsgeschäft zum Einsatz kommen, ist Manroland stark und hier Weltmarktführer, während die Nummer 1 der Branche, Heidelberger Druck, noch stärker im Bogendruck vertreten ist.

Spekulationen über eine Konsolidierung der Industrie gibt es aufgrund der Überkapazitäten immer wieder. Eine Fusion von Manroland und Heidelberger Druck, an der die Allianz ebenfalls beteiligt ist, scheiterten in der letzten Krise allerdings auf der Zielgeraden.

Ausführlicher Bericht zur Manroland-Pleite

Update: Manroland-Rettung wäre Investor zu teuer gewesen