Die Insolvenz von Manroland ist die größte in Deutschland seit der Pleite von Arcandor vor mehr

Die Insolvenz von Manroland ist die größte in Deutschland seit der Pleite von Arcandor vor mehr als zwei Jahren (Bild: Manroland).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Die Gesellschaft begründete das Scheitern ihres Einstiegs bei Manroland mit den Zahlen des Druckmaschinenherstellers. Diese seien deutlich schlechter als erwartet gewesen, und die Restrukturierungskosten wären deutlich höher zu veranschlagen als befürchtet.

Capvis teilte mit, das Unternehmen habe nach einem Einstieg bei Manroland beide Firmenbereiche weiterführen wollen. Die Restrukturierung hätte über eine Kapitalerhöhung finanziert werden sollen. Es seien dazu Gespräche mit dem Manroland-Management, den Anteilseignern, Mitarbeitervertretern und Banken geführt worden. “Die unterschiedlichen Vorstellungen der Beteiligten, unter welchen Voraussetzungen das Unternehmen weitergeführt werden kann, veranlasste uns allerdings nach einer sorgfältigen Prüfung, den Plan einer Beteiligung aufzugeben”, sagte Daniel Flaig, Partner bei Capvis Equity Partners AG. Die Verhandlungspositionen bei den verschiedenen Verantwortlichen für das Unternehmen seien “festgefahren” gewesen.

Nach dem geplatzten Einstieg des bislang unbekannten Investors hatte das Augsburger Traditionsunternehmen am Freitag den Gang zum Insolvenzrichter antreten müssen.

Vor einigen Tagen war bereits bekannt geworden, dass die Eigner der Nummer 3 der Branche – Allianz und MAN – Optionen für den angeschlagenen Druckmaschinenhersteller sondieren. Allianz hält rund 75% und MAN rund 23%. Arbeitnehmervertreter hatten nach dem Insolvenzantrag die Anteilseigner kritisiert, die nicht zu weiterer Unterstützung bereit gewesen seien. Von der Insolvenz betroffen sind nun rund 6.500 Arbeitsplätze, davon 5.000 in Deutschland.