Bombardier Learjet: Auch die Nachfrage nach sparsameren und umweltfreundlichen Business Jets heizt

Bombardier Learjet: Auch die Nachfrage nach sparsameren und umweltfreundlichen Business Jets heizt den Markt an (Bild: Bombardier).

MÜNCHEN (ks). Die höchsten Wachstumsraten werden voraussichtlich Flugzeuge der “gehobenen Mittelklasse” erzielen (“Super Midsize und Large Segmente”). Das geht aus der neuen Studie der internationalen Strategieberatung Roland Berger mit dem Titel “On the runway to recovery – Business Aviation Study 2020″ hervor.

“2009 verlor der Markt für Turbojet Business-Flugzeuge 23%; 2010 brach er noch einmal um 9% auf 15,7 Mrd US-Dollar ein. Jetzt aber geht es wieder aufwärts”, sagt der Manfred Hader, Partner bei Roland Berger. So wird nach der neuen Business Aviation-Studie von Roland Berger ab 2011 ein jährliches Plus von circa 7% erwartet. Bis zum Jahr 2020 soll der Markt sogar ein Volumen von 30,7 Mrd Dollar erreichen. Die höchsten Wachstumsraten werden Flugzeuge aus den Segmenten Super Midsize mit 8,7% und Large mit 9,4% pro Jahr erzielen, so die Studie.

Weniger gefragt sind dagegen Flugzeuge aus dem Kleinstsegment (Very Light); hier rechnen die Experten nur noch mit einem jährlichen Zuwachs von 5,2%. Insgesamt steigt die Nachfrage nach umweltfreundlicheren und leiseren Flugzeugen. Obwohl Business Jets lediglich für 0,4% der weltweiten Kohlendioxidemissionen verantwortlich sind, will die Branche die CO2-Emissionen bis 2050 um 50% reduzieren.

Der am stärksten wachsende Markt für Business Jets ist China – dort wird die Branche bis 2020 um mehr als 20% jährlich zulegen. Die größten Märkte bleiben jedoch Nordamerika und Europa; hier wird das Marktvolumen im Jahr2020 über 22 Milliarden US-Dollar betragen – dies entspricht 72% des Gesamtmarktes.

Aber auch in Russland und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) rechnen die Roland Berger Experten mit einem Zuwachs von mehr als 11%. “Insgesamt kann die Branche wieder aufatmen”, sagt Jörg Wahler, Principal bei Roland Berger. “Neue Märkte wie China bieten hervorragende Wachstumchancen, die die Unternehmen unbedingt nutzen sollten. “

Angesicht der positiven Marktentwicklung sollten Business-Jet-Anbieter ihr Geschäftsmodell auf die neuen Marktbedürfnisse ausrichten, um sich weitere Geschäftspotenziale zu erschließen: “Das etablierte Modell der ’Fractional Ownership ’, bei der sich mehrere Eigner Anteile eines Business Jets teilen, wird sukzessive vom flexibleren Modell der ’Jet Card Membership ’ abgelöst”, so Holger Lipowsky Senior Consultant bei Roland Berger. Beim Jet Card Membership-Modell buchen Geschäftsleute und Unternehmen eine festgelegte Anzahl von Flugstunden auf einem bestimmten Flugzeugtyp. Der Anbieter dieses Geschäftsmodells sorgt für die entsprechende Verfügbarkeit der gebuchten Klasse. Außerdem profitiert der Kunde normalerweise von einer Festpreisbindung.