Maschinenbau, Konjunktur, Stagnation, VDMA

Die weltweite Investitionsneigung des Maschinenbaus bleibt nach Einschätzung des VDMA gedämpft. Bild: Mahle

Das Produktionsergebnis für das erste Quartal zeigt kein Wachstum. Laut vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts liegt der Produktionszuwachs im deutschen Maschinenbau real nur um magere 0,2 % höher als im ersten Quartal 2015. Dies bedeutet de facto eine Stagnation. „Eine Überraschung ist dieses Ergebnis nicht, es passt zu dem von uns erwarteten Null-Wachstum im Maschinenbau in diesem Jahr“, erläutert VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann.

Laut Ifo-Institut klagten im April 29 % der Maschinenbauer über Produktionsbehinderungen durch Auftragsmangel. Die Kapazitätsauslastung bestätigt diese Entwicklung, sie lag im April bei 84,1 %. „Das ist eine recht bescheidene Quote“, sagt Wortmann. Zudem sei Vorsicht geboten: Die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Indizes sind vorläufiger Natur, mehrere Korrekturen werden folgen.

Im März stieg die Nachfrage nach Produkten des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus um 18 %. Diese wurde vor allem vom Ausland getragen, wo sie um 29 % hochschnellte. Besonders die Nicht-Euro-Länder erhöhten ihre Bestellungen (37 %), was allein auf Großanlagengeschäft zurückzuführen ist, währenddessen die Euro-Länder ihre Orders nur um 2 % erhöhten. Im Inland reduzierte sich die Nachfrage um 4 %.

„Die Industrie, unser weltweit größter Kunde, kommt derzeit kaum vom Fleck“, sagte VDMA-Konjunkturexperte Wortmann „Die Investitionsneigung bleibt gedämpft. Bei Umsatz mit Maschinen sei der Gleichlauf der großen Produzenten in der Welt auffällig. „Für die USA erwarten wir eine Stagnation, ebenso für Europa“, prognostizierte Wortmann. „Für China rechnen wir noch mit einem kleinen Plus von einem Prozent.“ Das sei aber extrem mager, wenn man an die vergangenen Jahre zurückdenke, in denen die Chinesen zum Teil mit zweistelligen Plusraten glänzen konnten.

„Lateinamerika – hier kann man fast erschrecken – kommt auf einen Rückgang von 15 Prozent“, erläuterte der Konjunkturexperte. Ein großer Teil dieses Einbruchs sei hausgemacht. Der Sub-Kontinent habe jedoch kein allzu großes Gewicht bezüglich des Weltumsatzes mit Maschinen. Der niedrige Ölpreis führt dazu, dass einige Unternehmen aus der Branche sich mit Investitionen stark zurückhalten. Das spüre der Maschinenbau, so Wortmann.