GEA-Zentrale in Bochum: In den ersten 6 Monaten dieses Jahres hat der Spezialmaschinenbauer seinen

GEA-Zentrale in Bochum: In den ersten 6 Monaten dieses Jahres hat der Spezialmaschinenbauer seinen Umsatz um etwa 20% gegenüber dem Vorjahr gesteigert (Bild: GEA).

Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (ks)–Weil nach wie vor mehr Aufträge hereinkommen als Umsatz gemacht wird, hat das Düsseldorfer MDAX-Unternehmen am Freitag die Prognose angehoben und rechnet nun mit einem Überschreiten der Marke von 5 Mrd Euro bei Neuaufträgen und Erlösen. Auch die Profitabilität soll stärker zulegen als bislang geplant.

Insgesamt gingen bei der GEA Group AG von Januar bis Juni neue Aufträge im Umfang von 2,7 Mrd Euro ein, gut die Hälfte davon aus dem Nahrungsmittel- und Getränkebereich. Im gleichen Zeitraum wurden knapp 2,4 Mrd Euro Umsatz erzielt. Das waren knapp ein Fünftel mehr als vor Jahresfrist. Auch ohne das kürzlich erworbene und erst seit April in den Zahlen enthaltene neue Segment “Convenience-Food Technologies” (CT) hätte der Anstieg 14% betragen.

Weil der Auftragsbestand mit knapp 2,8 Mrd Euro weiter angewachsen ist, will GEA nun den Umsatz in diesem Jahr auf 5,1 Mrd bis 5,3 Mrd Euro steigern. Dazu soll CT rund 300 Mio Euro beitragen. In gleichem Maß wird CT den Auftragseingang beeinflussen, den GEA auf 5,4 Mrd bis 5,6 Mrd Euro erhöhen will. Bislang wollte das Unternehmen die Vorjahreswerte von 4,4 Mrd bzw 4,6 Mrd Euro um mindestens 5% übertreffen.

Höhere Ziele steckt sich das Unternehmen auch bei der Profitabilität. Sollten die bisherigen fünf Segmente ihre Marge vor Zinsen und Steuern (EBIT) in diesem Jahr auf rund 9% erhöhen, sind nun vor Abzug von Bewertungseffekten aus den getätigten Zukäufen 9,3% bis 9,5% angepeilt. Diese sogenannten Kaufpreisallokationen werden in diesem Jahr für die “alten” Bereiche rund 14 Mio Euro betragen, heißt es im Halbjahresbericht. CT wird dadurch mit 36 Mio Euro belastet. Die Marge des neuen Segments soll ohne diesen Aufwand bei 8,5% bis 9% liegen.

Im ersten Halbjahr wurden diese Werte noch nicht erreicht. Während CT eine Marge von 4,0% aufwies, betrug konzernweit die Gewinnspanne 7,4%, womit sich das EBIT vor Kaufpreisallokationen auf 177 Mio Euro summierte. Das Konzernergebnis erhöhte sich auf 91 Mio von 56 Mio Euro im Vorjahr.

GEA-Chef Jürg Oleas zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen. “Unsere bisherigen fünf Segmente haben sich im ersten Halbjahr sehr gut entwickelt”, sagte er. Er verwies neben dem positiven Marktumfeld auf die Effizienzsteigerungen des vergangenen Jahres, die dazu beigetragen hätten.

Erik Budarz, Analyst bei Silvia Quandt, war auch überzeugt von der Geschäftsentwicklung. Die erhöhte Zielsetzung lasse darauf schließen, dass die Stärke bis weit ins kommende Jahr reichen könnte, meinte er. Auch die Börse goutiert die GEA-Zahlen. Am Vormittag legt die Aktie um 4,3% auf 24,17 Euro zu.