Istanbul

Mit einem Marktvolumen von rund 29 Milliarden Euro ist die Türkei der zwölftgrößte Maschinenmarkt weltweit. - Bild: Pixabay

Maschinenbau-Gipfel 2018

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Das erklärte der VDMA in einer Pressemitteilung. Weiter heißt es, dass die negative Entwicklung sich in den nächsten Monaten fortsetzen dürfte. Denn die türkische Lira hat gegenüber dem Euro deutlich an Wert verloren.

Im Juli 2018 war eine Lira im Durchschnitt noch 18 Euro-Cent wert. Im Jahresdurchschnitt 2017 waren es 24 Euro-Cent und im Jahr davor sogar 30 Euro-Cent. "Die Sanktionen und Strafzölle, die US-Präsident Donald Trump für die Türkei jüngst erlassen hat, haben die Lira erneut auf Talfahrt geschickt. Damit verteuern sich für die türkischen Kunden die Einfuhren erheblich. Der schwache Lira-Kurs ist aber auch für all diejenigen Unternehmen eine große Last, die ihre Kredite in Fremdwährung aufgenommen haben", sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Türkische Exportwirtschaft profitiert von schwächerer Lira

Für das türkische verarbeitende Gewerbe bleiben die Rahmenbedingungen schwierig. Zwar habe sich im Juli nach den Wahlen die Stimmung verbessert. Mit 49 Indexpunkten (Juni: 46,8) notierte der Einkaufsmanagerindex aber weiter unter der Schwelle von 50 Punkten, was eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung signalisiert.

Während Produktion und Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe rückläufig sind, konnten die Exportaufträge zum ersten Mal seit drei Monaten zulegen. Für die türkische Exportwirtschaft hat sich durch die schwächere Lira die preisliche Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Doch der Vorteil wird teilweise dadurch aufgezehrt, dass zahlreiche Vorprodukte zunehmend teuer aus dem Ausland zugekauft werden müssen, heißt es seitens des VDMA.

Mit einem Marktvolumen von rund 29 Milliarden Euro ist die Türkei der zwölftgrößte Maschinenmarkt weltweit. Nur etwas mehr als ein Drittel der verkauften Maschinen stammt aus inländischer Produktion.

Türkei ist auf Importe angewiesen

Das bedeutet, dass der überwiegende Teil der Maschinen im Ausland gekauft werden muss. Deutschland ist laut VDMA-Angaben der wichtigste ausländische Maschinenanbieter in der Türkei mit einem Marktanteil von 13 Prozent. Auf den nachfolgenden Plätzen kommen China (10 Prozent), Italien (9 Prozent) sowie das Vereinigte Königreich und Japan mit jeweils 4 Prozent Marktanteil.

Aus Sicht der deutschen Maschinenindustrie, liegt die Türkei derzeit auf Platz 14 der Top-Exportmärkte. Maschinen und Anlagen im Wert von 3,7 Milliarden Euro wurden 2017 aus Deutschland in die Türkei geliefert. Wichtige Exportgüter sind Fördertechnik (Anteil an der Gesamtausfuhr: 8 Prozent), Antriebstechnik, Allgemeine Lufttechnik, Power Systems und Textilmaschinen (jeweils 7 Prozent).

Geringe eigene Wertschöpfung

Die Türkei verfügt über eine breite Industriebasis. Das Textil- und Bekleidungsgewerbe ist der wichtigste Industriezweig, gemessen an Beschäftigung, Umsatz und Wertschöpfung. Wichtige Exportbranchen sind die Fahrzeug- und Fahrzeugteileindustrie sowie die Nahrungsmittelbranche.

Der türkische Maschinenbau kommt im Ranking der Industriezweige auf Platz 7 und hatte 2015 rund 212.000 Beschäftigte, die einen Umsatz von 18 Milliarden Euro erwirtschafteten. Die Wertschöpfungsquote betrug lediglich 25 Prozent. Dies zeigt, dass der türkische Maschinenbau in starkem Maße auf den Zukauf von Vorprodukten angewiesen ist, auch aus dem Ausland.

Laut dem türkischen Statistikamt entwickelt sich der Maschinenbau derzeit sehr positiv. Nach einem Produktionswachstum von 9 Prozent im vergangenen Jahr konnte die Produktion in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres um fast 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht werden.

Die kumulierte Wachstumsrate dürfte in den nächsten Monaten leicht abnehmen und einstellig werden, da die Produktionswerte in der zweiten Jahreshälfte 2017 deutlich höher waren als in der ersten. Folglich treffen die Werte im zweiten Halbjahr 2018 bereits auf höhere Basiswerte.

  • Porsche 911 GT3

    Klar, dass ein Porsche auch im Ausland Begehrlichkeiten weckt, verwundert nicht. Aber auch "normale" deutsche Autos sowie Trucks, Busse und Landfahrzeuge sind Verkaufsschlager im Ausland. Im folgenden die wichtigsten Exportländer für die deutschen Hersteller. - Bild: Pixabay

  • Polen, Flagge

    Platz 10: Polen führte 2016 laut Statistischem Bundesamt Kraft- und Landfahrzeuge aus Deutschland im Wert von rund 6.314.175.000 Euro. - Bild: Pixabay

  • Amsterdam, Grachten, Niederlande

    Platz 9: Auch entlang der Amsterdamer Grachten sind natürlich deutsche Fahrzeuge unterwegs. Die Niederlander importierten 2016 Kraft- und Landfahrzeuge aus Deutschland im Wert von circa 6.728.310.000 Euro. Das geht aus einer Statistik des Statistischen Bundesamtes hervor. - Bild: Pixabay

  • Alpen, Österreich

    Platz 8: Österreich. Die Alpenrepublik führte 2016 für gut 7.187.142.000 Euro deutsche Kraft- und Landfahrzeuge ein. - Bild: Pixabay

  • Atomium, Belgien, Brüssel

    Platz 7: Auch der siebte Platz in unserem Ranking geht an eines der deutschen Nachbarländer. Belgien importierte 2016 Kraft- und Landfahrzeuge im Wert von 7.329.124.000 Euro. - Bild: Pixabay

  • Spanien, Flagge

    Platz 6: Spanien. Das Land importierte laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2016 für rund 9.019.161.000 Euro Kraft- und Landfahrzeuge aus Deutschland. - Bild: Pixabay

  • Cinque Terre, Italien

    Platz 5: Italien. Entlang der italienischen Küste rund um Cinque Terre lassen sich sicher schöne Autotouren machen. Die Italiener führten 2016 deutsche Kraft- und Landfahrzeuge im Wert von 11.476.864.000 Euro ein. - Bild: Pixabay

  • Eiffelturm, Paris, Frankreich

    Platz 4: Frankreich. Die Franzosen importierten 2016 Kraft- und Landfahrzeuge aus Deutschland im Wert von 15.593.382.000 Euro. - Bild: Pixabay

  • Große Mauer, China

    Platz 3: China. Das Reich der Mitte schafft es in unserem Ranking aufs Treppchen. China importierte 2016 Kraft- und Landfahrzeuge aus Deutschland im Wert von 19.887.703.000 Euro. - Bild: Pixabay

  • Big Ben, London, Großbritannien

    Platz 2: Großbritannien. Die Briten führten 2016 laut Statistischem Bundesamt Kraft- und Landfahrzeuge aus Deutschland im Wert von circa 27.138.340.000 Euro ein. - Bild: Pixabay

  • Freiheitsstatue, USA, New York

    Platz 1: USA. Die Vereinigten Staaten importierten 2016 deutsche Kraft- und Landfahrzeuge im Wert von 27.731.676.000 Euro. Damit sind sie der Sieger unseres Rankings. - Bild: Pixabay