FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Dabei kletterte der Gesamtwert der Transaktionen um mehr als 60% auf rund 31 Mrd Dollar, schreibt PricewaterhouseCoopers AG (PwC) in der Studie “Chemical Compounds. Second Quarter 2010 global chemicals industry mergers and acquisitions analysis”. Der Großteil des Transaktionsvolumens entfalle auf internationale Deals, wobei sich die Finanzinvestoren weiterhin zurückhielten.

Auch gemessen an der Zahl von 522 Transaktionen verlief das erste Halbjahr 2010 lebhafter als die ersten sechs Monate des Vorjahres, in denen insgesamt 482 Deals zu verzeichnen waren. Bei den Deals mit einem Transaktionsvolumen von mehr als 50 Mio Dollar betrug der Anstieg sogar 45%. Im zweiten Quartal gab es nach Angaben der Wirtschaftsprüfer 244 Transaktionen, darunter 108 mit veröffentlichtem Transaktionsvolumen. Der Gesamtwert dieser Deals belief sich auf 8 (6) Mrd Dollar und lag damit deutlich unter den 23 Mrd Dollar des ersten Quartals 2010.

PricewaterhouseCoopers erwartet einen weiteren Anstieg bei Zahl und Volumen der Transaktionen. Allerdings ließen sich sowohl Kaufinteressenten als auch Eigentümer deutlich mehr Zeit für die Prüfung möglicher Deals als vor Beginn der Finanzkrise, sagte Volker Fitzner von PwC.

Zwar verbesserten sich die Finanzierungsbedingungen für Private-Equity-Fonds und andere Finanzinvestoren allmählich, dennoch bleibe das M&A-Geschehen von strategischen Investoren dominiert. Diese engagierten sich im ersten Halbjahr mit knapp 27 Mrd Dollar, während Finanzinvestoren rund 3,5 Mrd Dollar für Transaktionen bereitstellten. Ihr Anteil am Gesamtvolumen der angekündigten Deals belief sich damit wie im Vorjahr auf gut 11%. Zum Vergleich: 2007 hatten Finanzinvestoren Unternehmen und Beteiligungen im Wert von 26,5 Mrd Dollar erworben und damit einen Anteil am Gesamtvolumen von annähernd 20%.

Bemerkenswert sei auch der Trend zu grenzüberschreitenden Transaktionen. Im zweiten Quartal waren sieben der 23 Deals im Volumen von mehr als 50 Mio Dollar, geht aus der Studie weiter hervor. Der Transaktionswert belief sich auf 4,5 Mrd Dollar. Knapp die Hälfte (48,5%) des gesamten Transaktionsvolumens entfiel auf Übernahmeziele in Nordamerika, gefolgt von Südamerika (17,9%), der Region Asien-Pazifik (14,8%) und Westeuropa (14,6%).

Auf der Käuferseite dominierten Bieter aus Nordamerika mit knapp 29% des weltweiten Dealvolumens und lagen damit vor Investoren aus Westeuropa (21,8%) und dem Nahen Osten (20,5%). Der hohe Anteil dieser Region sei maßgeblich auf die angekündigte Übernahme des US-Agrarchemieherstellers Albaugh durch die israelische Makhteshim Agan für knapp 1,3 Mrd Dollar zurückzuführen.