Microsoft zentrale

Hat den Vertrieb der sogenannten "Deutschen Cloud" eingestellt: Microsoft. - Bild: Elekes-Andor/Wikimedia/CC-BY-SA-4.0

Microsoft hat sein Angebot einer deutschen Treuhänder-Cloud endgültig zum Auslaufmodell erklärt. "Die Anforderungen der Kunden haben sich in den vergangenen drei Jahren dramatisch geändert", sagte Microsoft-Manager Markus Nitschke der Deutschen Presseagentur.

"Die Kunden wollen die volle Funktionalität - vielleicht nicht gleich am ersten Tag", so Nitschke. Ein isolierter Cloud-Dienst sei deshalb für viele schließlich doch nicht praktikabel gewesen. Wie viele Kunden diesen Dienst aktuell nutzen, nannte Microsoft nicht.

Das Treuhänder-Angebot gemeinsam mit der Deutschen Telekom stellt Microsoft deshalb komplett ein, wie das Unternehmen auch in einem Blogeintrag mitteilte. Neukunden steht es nicht mehr zur Auswahl. Bestandskunden können den Dienst aber weiterhin nutzen, auch die erforderlichen Sicherheits-Updates sichert Microsoft weiterhin zu. Den vertraglichen Verpflichtungen werde Microsoft bei den Bestandskunden weiter nachkommen, sagte Nitschke.

Cloud-Service bleibt bestehen

Auch der Datentreuhänder Telekom will die sichere Cloud-Lösung für Bestandskunden in Deutschland weiter managen. "Vorausschauend auf die bevorstehenden Änderungen in der Microsoft-Strategie hat die Deutsche Telekom ein Service-Portfolio aufgebaut, das unseren Kunden die Möglichkeit gibt, auch weiterhin besonders sichere Cloud-Umgebungen zu nutzen", teilte die Telekom mit.

Mit zwei weiteren Rechenzentren in Frankfurt und Berlin will Microsoft der wachsenden Nachfrage nach Cloud-Angeboten in Deutschland nachkommen. Bis zum ersten Quartal 2020 werde dort der volle Funktionsumfang für die Kunden bereitstehen, sagte Nitschke.

Die Angebote sind anders als bei der deutschen Cloud an das internationale Netzwerk angeschlossen. Die Daten verbleiben auch dort in Deutschland.

Ende 2015 hatte der Softwarekonzern vor allem auf die NSA-Affäre reagiert und den Service einer "deutsche Cloud" aufgebaut. Dabei fungiert die Telekom als Treuhänder, so dass Microsoft selbst in der Regel keinerlei Zugriff auf die Daten der Kunden hat. Das Unternehmen hätte auch bei Forderungen amerikanischer Behörden somit keine Daten aushändigen können.

"Geben keine Daten unserer Kunden heraus"

Microsoft hatte in einem viel beachteten Verfahren versucht, der US-Regierung den Zugang zu in Irland gespeicherten E-Mails zu verweigern. Der Fall landete vor dem Obersten Gerichtshof, der den Fall aber zu den Akten legte. Die Richter verwiesen darauf, dass es aus ihrer Sicht mit dem neuen "Cloud Act" keinen Konflikt mehr gibt.

Das Ende März in Kraft getretene Gesetz sieht vor, dass amerikanische Online-Firmen US-Ermittlungsbehörden grundsätzlich Zugang zu Daten eigener Bürger gewähren müssen, auch wenn sie außerhalb der USA gespeichert sind. Zugleich können sich die Firmen dagegen wehren, wenn es um Bürger anderer Länder geht oder dadurch Gesetze anderer Staaten verletzt würden. "Diese Verpflichtung trifft für uns weiter zu", sagte Nitschke. "Wir geben keine Daten unserer Kunden heraus."

  • Alphabet, Goolge

    Alphabet Inc. ist die Mutter der wohl bekanntesten Suchmaschine der Welt: Google. Die Aktiengesellschaft mit rund 72.000 Mitarbeitern wird von Larry Page und Sergey Brin geführt. Der Umsatz betrug 2016 über 90 Milliarden US-Dollar. - Bild: Google

  • Accenture

    Die aus der Andersen Consulting hervorgegangene Accenture Plc aus Dublin gilt als einer der weltgrößten Beratungs,- Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Die rund 425.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2017 einen Umsatz von fast 35 Milliarden Euro. - Bild: Accenture

  • Apple

    Apple dürfte eines der bekanntesten Technologieunternehmen der Welt sein. Spätestens seit vom US-amerikanischen Cupertino das iPhone in die Welt ging, ist das von Steve Wozniak, Steve Jobs und Ron Wayne gegründete Unternehmen jedem Kind ein Begriff. Die 123.000 Mitarbeiter machten 2017 einen Umsatz von knapp 229 Milliarden Dollar. - Bild: Pixabay

  • Cisco

    Seine fast 50 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2015 hat der Telekomunikationsspezialist Cisco aus dem kalifornischen San Jose vor allem seinen bekannten Routern und Switches zu verdanken, die von den fast 72.000 Mitarbeitern entwickelt, gebaut und vertrieben werden. - Bild: Axel Schwenke/Flickr/CC by SA 2.0

  • Intel

    Intel aus Santa Clara in Kalifornien kennt man vor allem wegen seiner Halbleiter und Mikrochips: Der Aufkleber "Intel inside" prangte zeitweise gefühlt auf jedem eineinhalbsten Rechner. 2015 machten die rund 107.000 Mitarbeiter einen Umsatz von über 55 Milliarden Dollar. - Bild: Intel

  • IBM

    "The Big Blue", wie der IT-Riese IBM aus Armonk in den USA oft genannt wird, ist mit seinem Gründungsjahr 1911 praktisch ein Dinosaurier unter den Tech-Riesen. Die knapp 380.000 Mitarbeiter machten 2016 mit IT und Beratungen einen Umsatz von fast 80 Milliarden Dollar. - Bild: Pixabay

  • Microsoft

    Microsoft aus Redmont (US-Bundesstaat Washington) hat sich seit seiner Gründung durch Bill Gates und Paul Allen im Jahr 1975 vor allem durch Software einen Namen gemacht - inzwischen machen die rund 114.000 Mitarbeiter ihre 85 Milliarden Dollar Umsatz (2016) auch durch Hardware. - Bild: Microsoft

  • SAP

    Im badischen Walldorf sitzt der deutsche Vorzeige-Software-Konzern SAP. Gegründet von ehemaligen IBM-Mitarbeitern machen die knapp 85.000 Mitarbeiter inzwischen einen Umsatz von über 22 Milliarden Euro. Übrigens steht SAP für Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung. - Bild: SAP

  • Texas Instruments

    Texas Instruments sitzt in (Überraschung!) Texas, genauer in Dallas. TI, wie das 1930 gegründete Unternehmen oft genannt wird, ist einer weltweit größten Halbleiter-Hersteller. Mit etwa 32.000 Mitarbeitern machte TI 2013 einen Umsatz von über 12 Milliarden Dollar. - Bild: Texas Instruments

  • TSMC, Taiwan Semiconductor Manufacturing

    Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, kurz TSMC, aus Hsinchu gilt als der drittgrößte Halbleiterhersteller der Welt. Das Unternehmen produziert dabei für Branchenriesen wie Apple, Qualcomm, NVIDIA oder AMD. Die rund 45.000 Mitarbeiter erwirtschafteten 2015 einen Umsatz von umgerechnet fast 24 Milliarden Euro. - Bild: TSMC