Microsoft Cloud

Microsoft wehrt sich dagegen, Kunden nicht über die Durchsuchung ihrer Daten durch US-Behörden informieren zu dürfen und verklagte deshalb am Donnerstag das US-Justizministerium. - Bild: Microsoft

Der Konzern aus Seattle verklagte deshalb am Donnerstag das US-Justizministerium. In den vergangenen 18 Monaten habe das Unternehmen 5.624 Aufforderungen der Behörden erhalten, die Datenbestände von Kunden sichten wollten. In fast der Hälfte der Fälle war dies mit der Verpflichtung verbunden, dass Microsoft diese Kunden nicht über das Ausspähen ihrer Daten unterrichten durfte, wie es in der Klageschrift heißt.

Die Klage berührt eine fundamentale Frage im Cloud-Zeitalter, in dem Daten oft nicht mehr im eigenen Unternehmen oder zuhause gespeichert werden, sondern auf Servern im Internet. Wenn Behörden Häuser und Büros durchsuchen, erfahren die Betroffenen sofort von den Aktionen. Auch der Zugriff auf die eigenen Festplatten von außerhalb lässt sich nachvollziehen. Ob Daten in der Cloud durchsucht worden sind, erfahren ihre Eigner aber nie, wenn sie nicht darüber informiert werden.

Die Klage ist ein neuer Höhepunkt in der Konfrontation zwischen dem US-Technologieunternehmen und der Regierung. Bekannt ist vor allem der Streit von Apple mit den Behörden. Der iPhone-Hersteller wollte dem FBI nicht beim Knacken des iPhone eines Terroristen helfen, weil dies den Zugang auf alle iPhones dieser Welt erleichtert hätte.