Microsoft-Chef Satya Nadella informierte seine Mitarbeiter, dass Microsoft "harte Entscheidungen in

Microsoft-Chef Satya Nadella informierte seine Mitarbeiter, dass Microsoft "harte Entscheidungen in Bereichen treffen muss, wo die Dinge nicht funktionieren, und schwerwiegende Probleme auf eine Weise lösen muss, die den Kundenwert steigert. - Bild: Microsoft

Microsoft will laut einem Zeitungsbericht noch mehr Arbeitsplätze abbauen, um die Kosten in einer sich verändernden Technologielandschaft weiter zu senken. Der Stellenabbau könnte bereits am Mittwoch verkündet werden.

Das sagten mit den Plänen vertraute Personen der “New York Times”. Die Stellenstreichung komme zu den rund 18.000 Mitarbeitern hinzu, deren Entlassung Microsoft vor einem Jahr angekündigt habe. Die Gewährspersonen wollten anonym bleiben, weil die Details vertraulich seien. Von den neuen Kürzungen betroffen dürften demnach unter anderen Mitarbeiter im Hardwarebereich sein, darunter im angeschlagenen Smartphonegeschäft, das Microsoft vergangenes Jahr für 7,2 Milliarden US-Dollar von Nokia gekauft hatte.

Per Ende März hatte der US-Konzern weltweit mehr als 118.000 Mitarbeiter. Ein Microsoft-Sprecher wollte sich gegenüber der Zeitung nicht zu den Informationen äußern.

Microsoft-Manager haben allerdings schon seit Monaten mögliche weitere Streichungen angedeutet. Der seit Anfang vergangenen Jahres amtierende Microsoft-Chef Satya Nadella habe Ende Juni eine Email an alle Konzernmitarbeiter geschickt, um sie für das kommende Jahr zu motivieren, schreibt die New York Times. In der gleichen Mail habe Nadella aber auch gewarnt, dass Microsoft “harte Entscheidungen in Bereichen treffen muss, wo die Dinge nicht funktionieren, und schwerwiegende Probleme auf eine Weise lösen muss, die den Kundenwert steigert.”

Im Juni hat Microsoft bereits den Verkauf seines Geschäfts mit Online-Werbung an den Internetkonzern AOL bekannt gegeben. Der Konzern stieg damit aus einem Geschäft aus, in das er einst große Hoffnungen gesteckt hatte.

Smartphone-Markt macht weiter Probleme

Ein anderer Bereich, in dem Microsoft Probleme hat, sind Smartphones – ein Markt, in dem der Konzern seit dem Kauf des Handygeschäftes von Nokia weitere Marktanteile verloren hat. Bislang schlugen alle Versuche, das Betriebssystem Windows Phone zu einer Alternative für die führenden Mobilfunkplattformen iOS von Apple und Android von Google auszubauen, fehl. Im vergangenen Monat verliess der frühere Nokia-Chef Stephen Elop, der nach der Akquisition zu Microsoft wechselte und dort die Handysparte verantwortete, den Konzern.

Ein Ausstieg von Microsoft auf dem Smartphonegeschäft wird kurzfristig nicht erwartet, dafür sind mobile Geräte im Technologiegeschäft zu wichtig. Der Konzern bereitet derzeit eine neue Version seines Betriebssystems Windows für PCs, Smartphones und andere Geräte vor und hofft, damit mehr Interesse bei Softwareentwicklern wecken zu können.

Laut Analysten könnte Microsoft aber in Kürze Fehltritte im Smartphonegeschäft einräumen und eine große Abschreibung auf den Wert der Nokia-Akquisition vornehmen, schreibt die New York Times. Die Ankündigung dieser Belastung, die sich auf mehrere Milliarden Dollar belaufen könne, werde von vielen noch vor Veröffentlichung der Quartalszahlen in diesem Monat erwartet.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke