Festo liefert Linearantriebe für die Zu- und Durchflusssteuerung von Athens Kläranlage (Bild:

Festo liefert Linearantriebe für die Zu- und Durchflusssteuerung von Athens Kläranlage (Bild: Festo).

Susanne Bader und Gunnar Knüpffer

LANDSBERG. Es ist ein ehrgeiziges Projekt im Meer vor Athen: Abwässer werden über eine 1,5 km lange Pipeline vom Festland zur Felsinsel Psyttalia gepumpt. Die Faulbehälter der Zentralkläranlage Athen umfassen 300 000 qm bei einer Durchflussrate von 1 000 000 m3 pro Tag. Den Auftrag für Zu- und Durchflusssteuerung erhielt das Esslinger Unternehmen Festo, das pneumatische Linearantriebe und Schwenkantriebe liefert.
„Die zunehmende Sensibilität der Menschen für Umwelt- und Gewässerschutz, die wachsende Weltbevölkerung und die Ziele, die man sich weltweit für die Hygienebedingungen der Menschen gesetzt hat, treiben die Entwicklung auf dem weltweiten Wassermarkt“, sagte Christoph P. Pauly von KSB gegenüber Produktion. Ein Blick auf große Fördereinrichtungen wie die Weltbank, die Europäische Entwicklungsbank oder auch die EU belege den Trend, Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und Abwässer zu klären, um die Flüsse und Seen oder Meere rein zu halten.
Die Exporte von Komponenten und Systemen der Wasser- und Abwassertechnik stiegen 2010 weltweit um 13,7 % auf 3,9 Billionen Euro. „Die deutschen Unternehmen der Wasser- und Abwassertechnik behaupten sich international in hervorragender Position“, sagte Hans Birle, der beim VDMA den Bereich Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate verantwortet. Deutschland liegt mit einem Exportvolumen von 664 Mrd Euro auf Platz 2 der Weltrangliste hinter den USA. Birle rechnet in diesem Jahr mit weiteren Zuwächsen im Export von mehr als 10 %. Aber auch die Geschäftserwartungen auf dem Binnenmarkt seien durch Ersatzinvestitionen in Maschinentechnik und Prozessautomatisierung „Erfolg versprechend“.
Dieser Wachstumsmarkt stellt die deutschen Unternehmen vor neue Herausforderungen. „Wir reagieren mit unseren Produkten auf veränderte Anforderungen der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungs-Infrastruktur, etwa auf veränderte Abwasserkonzentrationen“, sagte Carsten Krumm, Senior Vice President des Pumpenherstellers Wilo. Bei Pumpen hat die Zunahme des Feststoffanteils im Abwasser zur Entwicklung neuer Laufradgeometrien geführt.