MTU Getriebefan

Kerosin-Triebwerke: Die Getriebefan-Technik soll mittelfristig zum größten Umsatzlieferanten von MTU werden. - Bild: MTU

Der Umsatz stieg zugleich um rund 4 Prozent. Vor dem Hintergrund gaben sich die Unternehmensverantwortlichen am Dienstag für das Gesamtjahr deutlich optimistischer als noch im April.

MTU-Chef Reiner Winkler rechnet den Angaben zufolge nun mit rund 4,7 Milliarden Euro Umsatz im Gesamtjahr 2016, nach 4,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Noch nach dem ersten Quartal hatte MTU für die Erlöse nur eine Prognosespanne von 4,6 bis 4,7 Milliarden Euro angegeben. Die Unternehmensverantwortlichen gehen zudem nun davon aus, 2016 ein bereinigtes EBIT von rund 480 Millionen Euro zu erwirtschaften, nach 440 Millionen Euro im Vorjahr. Auch die Gewinnprognose erhöhten sie damit spürbar: Zuvor hatte MTU eine bereinigte EBIT-Marge von etwa 10 Prozent vorausgesagt. Nach Steuern dürfte das Unternehmen laut der aktuellen Prognose einen Gewinn von etwa 330 Millionen Euro erzielen, nach 307 Millionen im Jahr 2015.

Im ersten Halbjahr hat MTU das um außergewöhnliche Effekte bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (bereinigtes EBIT) denn auch von 212,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 254,1 Millionen Euro gesteigert - und damit die Analystenprognosen von im Durchschnitt 247 Millionen Euro leicht übertroffen. Der Umsatz verbesserte sich in den zurückliegenden sechs Monaten von 2,2 Milliarden Euro auf 2,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich, also nach Steuern und Anteilen Dritter, verdiente MTU zwischen Januar und Juni 158,4 Millionen Euro, nach 104,0 Millionen Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Hochlauf der Produktion im zweiten Halbjahr

Schwierigkeiten bereitete MTU in den vergangenen sechs Monaten aber das Geschäft mit Triebwerken für zivile Flugzeuge. Der Umsatz der entsprechenden Konzernsparte schrumpfte in dem Zeitraum um 4 Prozent. Das Unternehmen führte das abermals auf Verzögerungen bei einem Aggregat für das Airbus-Modell A320neo zurück. Mit dem Hochlauf der Produktion rechne er für die zweite Jahreshälfte, ließ sich MTU-Vorstandsmitglied Michael Schreyögg wie schon im April zitieren.

Mit Wartungsarbeiten an zivilen Triebwerken und als Lieferant von Triebwerken für militärische Maschinen erlöste MTU dagegen deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum. In der Sparte Instandhaltung stieg der Umsatz um 18 Prozent. Im miltitärischen Triebwerksgeschäft verbesserten sich die Erlöse um 12 Prozent.

Für das zweite Halbjahr versprechen sich die MTU-Verantwortlichen auch dank bedeutender Bestellungen bei der Flugausstellung in Farnborough weitere Zuwächse. Bei der Messe registrierte MTU nach eigenen Angaben Aufträge im Wert von rund einer Milliarde Euro. Vor allem die sogenannten Getriebefan-Aggregate seien bei der Ausstellung gefragt gewesen, berichtete das Unternehmen.

Ein Aktienhändler sprach am Dienstagmorgen denn auch von "Aussicht auf steigende Margen". Neue Triebwerksmodelle dürften nach der Ansicht des Marktteilnehmers vor allem über das margenstarke Wartungsgeschäft dafür sorgen, dass die Profitabilität von MTU in den nächsten Jahren weiter zulegt. Mit Börsenöffnung lag der Aktienkurs des Unternehmens 3,3 Prozent im Plus.