Arbeiten an einem GE-nx-Triebwerk: Der italienische Triebwerkhersteller Avio ist anscheinend ins

Arbeiten an einem GE-nx-Triebwerk: Der italienische Triebwerkhersteller Avio ist anscheinend ins Visier des deutschen Anbieters MTU Aero Engines geraten (Bild: Avio).

HAMBURG (Dow Jones)–Auch der französische Wettbewerber Safran soll demnach ein Gebot abgegeben haben. Wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen habe der Finanzinvestor und Avio-Eigner Cinven vorige Woche die Auktion aber abgebrochen. Nun könnte Cinven bestrebt sein, Avios Raumfahrtsparte abzuspalten – und das Unternehmen dann als reinen Triebwerkhersteller neuerlich anzubieten, schreibt die Zeitung. Daraus ergäbe sich eine zweite Chance für MTU.

Mit 1,75 Mrd Euro Umsatz ist Avio der viertgrößte europäische Triebwerkhersteller nach Rolls-Royce (Großbritannien), Snecma/Safran (Frankreich) und MTU. Weil die Zahl der namhaften Anbieter weltweit schon stark geschrumpft sei, so die FTD weiter, sei Avio grundsätzlich interessant.

Vor rund einem Vierteljahr habe Cinven unter Federführung des Partners Roberto Italia die Versteigerung eingeleitet. MTU habe in der ersten Runde eine “indikative Offerte” eingereicht, also ein vorläufiges Gebot von gut 3 Mrd Euro, wie mit der Transaktion vertraute Kreise der FTD berichteten. Cinven erwartete aber rund 3,35 Mrd Euro.

Bieter nennen in solchen Auktionen üblicherweise erst einmal einen höheren Preis, um Zugang zur vertieften Unternehmensprüfung (“Due Diligence”) zu bekommen. Deswegen wäre eine verbindliche Offerte vermutlich unter 3 Mrd Euro gelandet – zu wenig für die Eigner, so die FTD. Avio habe sich bei der Transaktion von JP Morgan beraten lassen, MTU von Goldman Sachs und Safran von Morgan Stanley.

Die beteiligten Unternehmen wollten sich laut Zeitung zu den Vorgängen nicht äußern. Die MTU Aero Engines Holding AG äußerte sich auch auf Anfrage von Dow Jones nicht. Allerdings hat MTU-Chef Egon Behle wiederholt erklärt, Übernahmen seien möglich, wenn es der richtige Partner sei und die Rendite stimme.

Cinven teilte gegenüber der FTD nur mit, man konzentriere sich auf einen Börsengang von Avio im Jahr 2012.