Audi TT auf Messe in China

Der chinesische Automarkt ist für Audi von kaum zu überschätzender Bedeutung. - Bild: Audi

Der 1. Akt – der tiefe Fall

Audi war über Jahre der Premium-Primus in China. BMW und Mercedes folgten bei den Verkaufszahlen mit weitem Abstand. Im Januar 2017 fiel die VW-Tochter in der Volksrepublik aber erstmals hinter die beiden Konkurrenten zurück.

Als Begründung für diese dramatische Entwicklung führte der Premiumhersteller einen neuen strategischen 10-Jahres-Plan an, den man mit dem chinesischen Partner FAW aufgesetzt habe. Vor diesem Hintergrund hatten die chinesischen Audi-Händler ihr Geschäftsvolumen zu Jahresbeginn zurückhaltend disponiert.

Brancheninsider berichteten allerdings, dass FAW nur so wenig Neuwagen bei Audi geordert habe, um Druck auf den deutschen Autobauer auszuüben. FAW wollte nicht, dass Audi mit dem chinesischen Konzern SAIC einen zweiten Vertriebspartner ins Boot holt. Sie fürchteten offensichtlich, dadurch selbst weniger Autos verkaufen zu können.

Aufgrund dessen befanden sich zu Beginn des vergangenen Jahres die Verkaufszahlen von Audi im Reich der Mitte im freien Fall. Im Januar 2017 war der Absatz um rund 35 Prozent eingebrochen. Noch im Mai 2017 lagen die Verkäufe unter dem Vorjahreswert.

Doch dem Ingolstädter Autobauer gelang es, sich mit seinen chinesischen Partnern zu einigen. Audi, die FAW-Gruppe und FAW-Volkswagen haben mit dem chinesischen Audi-Händlerbeirat eine Vereinbarung zur künftigen Entwicklung des Audi-Geschäfts in China unterzeichnet.

In der damaligen Pressemitteilung erklärten die Ingolstädter: „Das Abkommen reflektiert das gemeinsame Verständnis, wie die Interessen aller Parteien im Rahmen der geplanten Kooperation zwischen Audi und SAIC Motor sichergestellt werden. Die Audi AG, die FAW- Gruppe und FAW-Volkswagen werden ihren 10-Jahres-Wachstumsplan zusammen mit den Handelsbetrieben umsetzen und so das gemeinsame Geschäft profitabel und nachhaltig weiterentwickeln.“ Sprich, die Streitigkeiten waren beseitigt. Es konnten wieder Autos verkauft werden.

Der 2. Akt – das Licht am Ende des Tunnels

Audi A4 Langversion in China
In China sind besonders Langversionen gefragt. - Bild: Audi

Im Juni 2017 fand die VW-Tochter wieder zu alter Stärke zurück, das Licht am Ende des Tunnels kam in Sicht. In China setzte eine Erholung der Verkäufe ein, die Ende Mai mit der Vereinbarung zur Zusammenarbeit zwischen Audi und seinen lokalen Partnern begonnen hatte. Um zumindest 1,7 Prozent ist der Absatz gegenüber dem Vergleichswert 2016 gewachsen.

Der positive Trend hielt an. Nach einem starken Juli gelang es Audi auch im August 2017, die Absatzzahlen zu steigern. Mit einem Plus von 10,3 Prozent fand die Marke zu alten Glanzzeiten zurück.

Auch in den folgenden Monaten ging es wieder aufwärts. Seit Juni 2017 ist Audi in China zurück auf Wachstumskurs, reduzierte das kumulierte Absatzminus im Vorjahresvergleich kontinuierlich Monat für Monat und wies schließlich eine positive Absatzbilanz für das Gesamtjahr auf. Im Zeitraum Januar bis Dezember steigerte die Marke ihre Auslieferungen um 1,1 Prozent auf 597.866 Autos im Jahr 2017. Mit diesem neuen Höchststand führt das Unternehmen den chinesischen Premiummarkt weiter an.

Wie bereits im November 2017 verzeichnete China auch im Dezember des vergangenen Jahres 2017 das höchste Volumenwachstum eines Einzelmarktes. Die Verkaufszahlen zogen noch einmal an und kletterten gegenüber Vorjahr um 34,3 Prozent auf 69.160 Autos.

Nie zuvor haben in einem Einzelmonat so viele Chinesen einen Audi gekauft, verkündete das Unternehmen damals. Ein starker Zuwachs – doch kein Vergleich zu dem was im Januar 2018 folgen sollte.

Der 3. Akt – Aufstieg wie Phönix aus der Asche

Audi Werker in China
Audi betreibt mehrere Produktionsstandorte in China. - Bild: Audi

„Es ist ein guter Auftakt in ein für Audi sehr wichtiges Jahr“, sagt Audi Vertriebsvorstand Bram Schot und dürfte dabei vor allem auf den chinesischen Markt geschaut haben. In der Volksrepublik entschieden sich im Januar dieses Jahres 60.875 Kunden für einen Audi.

Das entspricht einem Plus von 73 Prozent. Damit erzielte die Marke ihren verkaufsstärksten Januar in der Volksrepublik seit dem Markteintritt vor 30 Jahren.

Das gute Ergebnis im Reich der Mitte beflügelte Audis Gesamtabsatz. So ist der OEM mit einem deutlichen Absatzwachstum in das Jahr 2018 gestartet. Im Januar verkaufte die Marke weltweit rund 149.100 Autos. Das sind 20,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im laufenden Jahr bringt die Volkswagen-Tochter unter anderem die Langversion des neuen A8 auf den chinesischen Markt. Das ist laut Audi ein weiterer wichtiger Impuls für die Oberklasse-Verkäufe der Marke. Denn China ist der größte Absatzmarkt für das Flaggschiff der Ingolstädter – sowie für die Marke insgesamt und wie für fast alle Autobauer.

So prognostizierte Autoexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer unlängst, dass China auch 2018 der weltweit wichtigste Automarkt bleiben werde. In der Volksrepublik werden demnach die OEMs gut 25.750.000 Autos absetzen. Zum Vergleich: In den USA - dem zweitgrößten Markt - werden die Automobilhersteller laut Dudenhöffer "nur" rund 16.930.000 Autos verkaufen.

  • Ferrari

    Neue Modelle und Produkt-Innovationen lösen im Weltautomarkt im Jahre 2018 keine außerordentlichen Nachfrageerhöhungen aus. Das ist eine der Kernaussagen der Studie des CAR-Center Automotive Research. Modelle wie dieser Ferrari sind aber sicher überall auf der Welt begehrt. - Bild: Pixabay

  • Rom, Italien

    Platz 10: Italien. 2018 werden die Autobauer laut Studie rund 1.993.000 Autos in Italien absetzen. - Bild: Pixabay

  • Kanada, Highway

    Platz 9: Kanada. Im zweitgrößten Staat der Erde werden die Automobilhersteller 2018 laut einer Studie von Prof. Ferdinand Dudenhöffer circa 2.045.000 Autos verkaufen. - Bild: Pixabay

  • Paris, Frankreich

    Platz 8: Frankreich. Zwischen Ärmelkanal und Mittelmeer, Vogesen und Biskaya werden die OEMs 2018 rund 2.113.000 Pkw in Kundenhand übergeben. - Bild: Pixabay

  • Rio de Janeiro, Brasilien

    Platz 7: Brasilien. Im größten Land Südamerikas werden die Autobauer laut Dudenhöffer-Studie rund 2.192.000 Autos im Jahr 2018 verkaufen. - Bild: Pixabay

  • London, England

    Platz 6: Großbritannien. Im Insel-Königreich werden die OEMs 2018 ungefähr 2.507.000 Autos absetzen. - Bild: Pixabay

  • Berlin, Deutschland

    Platz 5: Deutschland. 2017 noch auf Platz 4, 2018 nur noch Platz 5. In der Bundesrepublik werden die Autobauer 2018 rund 3.388.000 Autos verkaufen. - Bild: Pixabay

  • Taj Mahal, Indien

    Platz 4: Indien. Das Land wird Deutschland 2018 beim Auto-Absatz überholen. Ungefähr 3.541.000 Autos werden die OEMs 2018 in Indien in Kundenhand übergeben. - Bild: Pixabay

  • Tokyo, Japan

    Platz 3: Japan. 4.459.000 Autos werden die OEMs 2018 laut Studie im japanischen Kaiserreich absetzen. - Bild: Pixabay

  • New York, USA

    Platz 2: USA. In den Vereinigten Staaten werden die Automobilhersteller laut Dudenhöffer-Prognose rund 16.930.000 Auots verkaufen. - Bild: Pixabay

  • China, Peking

    Platz 1: Unangefochtener Absatzchampion bleibt China. In der Volksrepublik werden die OEMs laut Dudenhöffer im Jahr 2018 gut 25.750.000 Autos absetzen. - Bild: Pixabay