Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher

Rechnet nach dem Italien-Referendum mit Unsicherheiten: Marcel Fratzscher. - Bild: DIW

"Das Ergebnis der Volksabstimmung ist ein Rückschlag für Italien", sagte Fratzscher. "Es wird Italien sicherlich kurzfristig nicht zurück in eine Krise treiben", meinte er aber auch.

Jedoch bewirkten die politischen Entwicklungen "eine enorme Unsicherheit", die zu höheren Zinsen für Italien auf den Kapitalmärkten, weniger Investitionen und damit einem geringeren Wachstum in der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums führen könnten. "Die Politik in Italien muss nun schnell und entschieden handeln, um eine neue Regierung zu installieren, die Unsicherheit zu beseitigen und den Reformkurs fortzusetzen," forderte der DIW-Chef deshalb.

Fratzscher sah als Folge des Referendums "weitere verlorene Zeit" für ein Land, das noch mit erheblichen Problemen zu kämpfen habe - seinen Banken, einer enormen Staatsverschuldung und einer hohen Arbeitslosigkeit. "Die Gefahr ist groß, dass sich der Reformkurs jetzt verlangsamt", warnte er.