Bei Bosch Rexroth lief es 2017 sehr ordentlich - und auch 2018 geht gut los

Bei Bosch Rexroth lief es 2017 sehr ordentlich - und auch 2018 geht gut los. - Bild: Bosch Rexroth

Nach eigener Aussage profitierte Bosch Rexroth 2017 auch von einem deutlich erholten Marktumfeld. Die höchsten Zuwachsraten verzeichneten demnach die Bereiche Mobile Anwendungen und Fabrikautomation. Die Entwicklung im traditionellen Kerngeschäft Industriehydraulik war 2017 eher moderat. „Wir sind stolz auf unsere Entwicklung und haben unsere Ziele erreicht. Im Rahmen unseres 2016 gestarteten Transformationsprogramms hat sich Bosch Rexroth enorm gewandelt, von den internen Strukturen bis hin zur Strategie. Die Kraftanstrengung hat sich gelohnt“, kommentierte Vorstandsvorsitzender Rolf Najork die Bilanz 2017.

Globales Wachstum und Ausbau der internationalen Präsenz

Regional wuchs Bosch Rexroth am stärksten in der Region Asien-Pazifik mit einer Umsatzsteigerung von 20,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aber auch die Regionen Amerikas und Europa entwickelten sich positiv – mit zehn Prozent bzw. 8,5 Prozent Umsatzwachstum. In Vietnam sicherte sich Bosch Rexroth einen Großauftrag für den Bau eines neuen Sturmflutsperrwerks in Ho Chi Minh Stadt. Auch mit den Übernahmen von Maestranza Diesel in Peru und Hytec Holdings in Südafrika im März 2018 hat das Unternehmen seine internationale Präsenz weiter ausgebaut. Zum Jahreswechsel beschäftigte es weltweit mehr als 30 500 Mitarbeiter, rund 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. 

Technologische Differenzierung, Synergien und Zukunftsthemen

Bosch Rexroth setzt im Rahmen seiner Wachstumsstrategie vor allem auf technologische Differenzierung, Synergien im Markt und innerhalb der Bosch-Gruppe sowie auf Zukunftsthemen. Zu letzteren zählen insbesondere softwarebasierte, automatisierte und vernetzte Lösungen. So positioniert sich Bosch Rexroth neben seiner traditionell starken Stellung in der Industriehydraulik und besonders in der Mobilhydraulik als Anbieter von Industrie 4.0-Lösungen für die Fabrik der Zukunft. 

Die Fabrik der Zukunft: Bosch Rexroths Vision von Industrie 4.0

Mit vernetzten Fertigungstechnologien für Industrie 4.0-Anwendungen besetzt Bosch Rexroth einen wichtigen Zukunftsmarkt. „Unser Ziel ist es, auch hier eine führende Position einzunehmen und Innovationstreiber zu sein“ betonte Najork. „Doch wir müssen viel radikaler denken. Fertigende Unternehmen brauchen eine noch höhere Flexibilität und Schnelligkeit. Unser Konzept der Fabrik der Zukunft sieht vor, dass sich der Maschinenpark flexibel immer wieder neu konfiguriert, je nach Auftragslage.“ 

 

Vernetzung für alle Technologien

Nicht nur in der Fabrikautomation, auch in seinen Bereichen Anlagenbau und Engineering sowie mobile Arbeitsmaschinen entwickelt Bosch Rexroth eine Vielzahl neuer Produkte, Software und Lösungen mit dem Fokus auf Elektrifizierung, Elektronifizierung und Vernetzung. Ein wichtiger Ansatz ist die technologie-übergreifende Vernetzung von Maschinen und Anlagen durch die Kombination von Elektromechanik, Hydraulik und Lineartechnik. Dies hilft zum Beispiel, die Effizienz von Bestandsanlagen zu steigern. 

Ausbau der Robotik Kompetenz

Im Zuge der Fokussierung auf Zukunftsthemen baut Bosch Rexroth seine Kompetenzen im Bereich der Robotik konsequent weiter aus. Mit dem kollaborativen Roboter APAS assistant erweitert das Unternehmen das Portfolio seiner Automatischen Produktionsassistenten. 

Zusätzlich verstärkt sich Bosch Rexroth mit zwei Start-up Teams aus der Bosch Start-up-Plattform Grow: Intralogistic Robotics entwickelt Software für die Vernetzung und Automatisierung des Materialtransports. „So können wir unseren Kunden Lösungen für die Fabrik der Zukunft anbieten, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken“, erläuterte Najork. Deepfield Robotics entwickelt vernetzte und autonome Maschinen für die nachhaltige Landwirtschaft. Sie verringern den Verbrauch von Pestiziden und Wasser, indem sie beispielsweise Unkraut durch intelligente Kameras erkennen und ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln entfernen. „Wir sind im Agrarsektor mit der Mobilhydraulik bereits stark vertreten. Autonom agierende Landmaschinen sind ein logischer Ausbau unseres Portfolios in einem angrenzenden Geschäftsbereich. So können wir zusätzliche Synergien erzielen und das Angebotsspektrum für unsere Kunden erweitern“, so Najork. Grow ist der Bosch interne Inkubator und Heimat für Start-ups, die neues Geschäft in neuen Märkten entwickeln.

 

Wirtschaftlicher Ausblick

Der gute Start ins Jahr 2018 gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. „Die Nachfragesituation in den Industrieländern ist im laufenden Jahr bisher erfreulich. Regional weist Europa eine vergleichsweise kräftige Dynamik auf. Das Wachstum unseres Geschäfts in China schätzen wir dagegen etwas schwächer ein als im vergangenen Jahr“, sagte Najork. Bosch Rexroth rechnet insgesamt mit einer positiven Marktentwicklung, wobei die Dynamik des Vorjahres voraussichtlich nicht erreicht wird. „In den Marktsegmenten Automation und Industrie 4.0 sehen wir für 2018 eine stabile Entwicklung. Aber auch für die volatileren Märkte, wie beispielsweise den rohstoffpreisgetriebenen Bau- und Bergbausektor, sind wir optimistisch“, so Najork.

Bosch Rexroth

 

  • Jenoptik

    Platz 6: Jenoptik hat es mit einem Umsatz von 469 Millionen Euro im Jahr 2016 auf Platz 6 unter die wichtigsten deutschen Unternehmen aus dem Bereich Automation geschafft. - Quelle: Statista / Bild: Jenoptik Robot/Wikimedia

  • Kuka

    Platz 5: Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka mit Sitz in Augsburg hat sich mit 994 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2016 Platz 5 geholt. - Quelle: Statista / Bild: ubahnverleih/Wikimedia

  • Phoenix Contact

    Platz 4: Phoenix Contact stellt Komponenten, Systeme und Lösungen im Bereich der Elektrotechnik, Elektronik und Automation her. Im Jahr 2016 ist das Unternehmen mit einem Umsatz von 1.970 Millionen Euro auf dem vierten Platz gelandet. - Quelle: Statista / Bild: Phoenix Conact

  • Festo

    Platz 3: Mit 2.740 Millionen Euro Umsatz hat Festo auf dem Treppchen Bronze erlangt. - Quelle: Statista / Bild: Festo

  • Bosch Rexroth

    Platz 2: Mit einem fast doppelt so hohen Umsatz von 5.379 Millionen Euro hat Bosch Rexroth im Jahr 2016 Platz 2 erreicht. - Quelle: Statista / Bild: Bosch Rexroth

  • Siemens

    Platz 1: Siemens ist im Jahr 2016 mit Abstand der unangefochtene Sieger gewesen. Der Umsatz der Aktiengesellschaft hat sich auf 19.210 Millionen Euro belaufen. - Quelle: Statista / Bild: Siemens