Ölpreise

Analysten halten in den kommenden Wochen Ölpreise von 25 Dollar für erreichbar. - Bild: Pixabay/lalabell68

Am Montag fiel der Preis für das Barrel der europäischen Sorte Brent im frühen Tagestief bis auf 27,67 Dollar zurück, das waren gut vier Prozent weniger als zum Handelsschluss am Freitag in New York mit gut 29 Dollar. Das neue Zwölfjahrestief beim US-Öl WTI liegt bei 28,35 Dollar. Zuletzt zeigten sich beide Sorten aber wieder etwas erholt mit 28,37 bzw. 28,94 Dollar.

Marktbeobachter sehen den anhaltenden Abwärtsdruck im Zusammenhang mit den am Wochenende wie erwartet aufgehobenen Sanktionen gegen den Iran. Dieser dürfte nun verstärkt mit Ölexporten auf den Markt treten und vor allem dem Brentöl Konkurrenz machen. Iran hat mehrfach angekündigt, seinen täglichen Ölausstoß um 500.000 Barrel zu erhöhen, womit das weltweite Öl-Überangebot noch weiter ausgedehnt würde.

Ende der Sanktionen sorgt für negativen Impuls

Allgemein gilt das mutmaßlich kommende iranische Öl zwar als mittlerweile eingepreist, dennoch sorgt das faktische Ende der Sanktionen für einen neuerlichen negativen Impuls. Seit Jahresbeginn haben die Ölpreise bereits rund 20 Prozent eingebüßt, zumal es weiter keine Anzeichen dafür gibt, dass die vorhandene globale Ölschwemme eingedämmt wird. Analysten halten in den kommenden Wochen Preise von 25 Dollar für erreichbar, zu hören waren aber auch schon Preisszenarien von 20 und sogar 10 Dollar, unter anderem auch wegen der immer knapper werdenden Öllagerkapazitäten.

"Das ist zwar weitgehend eingepreist, für kurzfristigen Druck dürfte aber die wahrscheinliche Strategie Irans sorgen, mit zusätzlichen Rabatten auf den Markt zu drängen, um Kunden für sein Öl zu gewinnen", heißt es in einem Kommentar der ANZ Bank. Ein Teil des zusätzlichen Angebots dürfte direkt mittels bereits bestehender Verträge an China und andere asiatische Staaten gehen. Wie viel Öl der Iran an seine früheren europäischen Kunden verkaufen werde, sei dagegen zunächst noch unklar.