Leichter als Luft: Der neue russische Riesen-Zeppelin 'Atlant'. - Bild: RosAeroSystems

Leichter als Luft: Der neue russische Riesen-Zeppelin 'Atlant'. - Bild: RosAeroSystems

Russland will seine Luftfahrt revolutionieren: Mit einem neuen Super-Zeppelin des Lufttechnologiekonzerns “Augur RosAeroSystems”.

Bis zum Jahr 2018 soll der 130 Meter lange Hybrid-Zeppelin “Atlant” nach Angaben von RosAeroSystems zur Auslieferung bereit sein. Das futuristisch anmutende Fluggerät ist laut Hersteller eine Fusion von Flugzeug-, Luftkissenfahrzeug- und Luftschifftechnologie und soll bis zu 200 Passagiere bzw. bis zu 60 Tonnen Nutzlast transportieren können. Bei Vollbeladung werde der Atlant 2.000 Kilometer weit fliegen, im leeren Zustand sogar 6.000. Als Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller 140 Kilometer pro Stunde an.

Günstiger als Flugzeuge und Hubschrauber

Geplant ist offenbar in erster Linie eine militärische Nutzung für den Fahrzeug- und Truppentransport – auch in abgelegene Landesteile, denn der Atlant könne auch in unwegsamem Gelände oder gar auf dem Wasser ent- und beladen werden, heißt es vom Hersteller. Beobachter hoffen daneben aber auch auf Transporte von Massengütern oder eine günstige Reisealternative in den entlegenen und weitläufigen Gegenden Russlands – etwa Sibirien.

Denn: Ein Vorteil des Atlant sind offenbar geringere Kosten im Vergleich zu Flugzeugen oder Hubschraubern: Laut RosAeroSystems wird der Zeppelin-Hybrid rund 30 Prozent weniger kosten, als der russische Mi-26 Transporthubschrauber, der bis zu ​​25 Millionen US-Dollar teuer ist.

Wie Mikhail Talesnikov, der Vize-Präsident von RosAeroSystems, der Zeitung “The Siberian Times” sagte, werden alle Entwicklungsarbeiten der ersten Projektphase im Dezember diesen Jahres abgeschlossen sein.

Elektronische Gewichtsteuerung und harte Schale

Technologisch sieht Talesnikov den Atlant als einzigartig an: “Während der Entladung kann das Gewicht des Luftschiffes über das Kontrollsystem so gesteuert werden, dass es auch ohne zusätzlichen Ballast nicht zu leicht wird und in die Stratosphäre aufsteigt.”

Das spezielle Ausgleichssystem habe das Luftschiff zudem härter gemacht. Es werde auch eine “harte Schale” bekommen – also keinen Rahmen, der mit Gewebe umspannt ist, sondern ein Mantel aus Verbundstoff. Damit könne der Zeppelin auch die für den russischen Winter typischen Außentemperaturen von -40 Grad Celsius überstehen. “Es ist eine innovative Lösung, und dieses System ist einzigartig”, betont Talesnikov.

Karoline Kopp