Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung plant Singulus Technologies eine Neuordnung der

Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung plant Singulus Technologies eine Neuordnung der Kapitalstruktur. Dabei wird auch ein Debt-Equity-Swap erwogen. - Bild: Singulus

Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung plant Singulus Technologies eine Neuordnung der Kapitalstruktur. Dabei wird auch ein Debt-Equity-Swap erwogen.

Wie der Spezialmaschinenbauer am Freitag mitteilte, werde der Hauptversammlung am 9. Juni eine Reihe von Kapitalmaßnahmen zur Beschlussfassung vorgelegt, mit denen das Eigenkapital der Gesellschaft deutlich gestärkt und das Fremdkapital reduziert werden solle.

Zukünftiger Plan

Geplant ist demnach zunächst eine Herabsetzung des Grundkapitals zum Ausgleich der aufgelaufenen Verluste. Weiterhin soll der Gesellschaft die Möglichkeit eingeräumt werden, Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen unter Ausschluss des Bezugsrechts vorzunehmen.

Damit bestünde beispielsweise die Möglichkeit, die ausgegebene Anleihe gegen Aktien der Gesellschaft zu tauschen, wie es hieß. Die Kapitalmaßnahmen dienten weiterhin dazu, die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft zu erhalten für den Fall, dass sich kurzfristig strategische Optionen böten. Die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung unter Bezugsrechtsausschluss gegen Sacheinlagen sichere hier entsprechende Flexibilität, teilte Singulus mit.

Der Markt reagierte prompt und strafte die Aktie zu Handelsauftakt mit einem Abschlag von 22 Prozent ab. “Verstörend ist, dass keine Details genannt werden”, sagte ein Händler: “Das lässt dem Markt Raum für alle möglichen Szenarien.”

Singulus weist darauf hin, dass ein hoher Verlust von fast 52 Millionen Euro das Eigenkapital per Ende 2014 auf 20,1 Millionen Euro gemindert habe.

Hintergründe

Wesentliche Gründe für diese Entwicklung waren nach Unternehmensangaben erhebliche Absatz- und Umsatzeinbußen im Solar- und Optical Disc-Segment sowie weiterhin die Zinslast auf die Unternehmensanleihe.

Während das operative Geschäft im ersten Quartal 2015 deutlich angezogen habe und bereits Aufträge im Wert von mehr als 60 Millionen Euro verzeichnet worden seien, bleibe die Ergebnissituation nach Unternehmensangaben weiter schwierig. Daher forciere der Vorstand die eingeleitete strategische Neuausrichtung des Unternehmens und beabsichtige als notwendige Grundlage hierfür die Neuordnung der Kapitalstruktur, hieß es.

Schließlich beabsichtigt die Gesellschaft demnach die Umwandlung der Inhaberaktien in Namensaktien. Dies ermögliche eine einfachere und direkte Kommunikation mit den Aktionären, wie es hieß. Gleichzeitig werde mit diesem Schritt die Durchführung der geplanten Kapitalmaßnahmen erleichtert.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht