Stefan Wolf: "Die Zahl der produzierten Elektroautos habe die Erwartungen von ElringKlinger im Jahr

Stefan Wolf: "Die Zahl der produzierten Elektroautos habe die Erwartungen von ElringKlinger im Jahr 2014 weit verfehlt. Erste Zahlen für das Jahr 2015 zeigten, dass der Absatz in diesem Jahr noch niedriger liegen könnte." - Bild: ElringKlinger

Der Chef des Automobilzuliefers ElringKlinger, Stefan Wolf, hat keine Hoffnung auf einen zügigen Erfolg der Elektromobilität. “Niemand möchte ein Elektroauto fahren.”

Das sagte Wolf am Montag bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Insbesondere angesichts des niedrigen Ölpreises gebe es derzeit keinen Grund, ein elektrisch betriebenes Auto zu kaufen.

Noch vor wenigen Jahren hatte ElringKlinger erheblich in das Geschäft mit der Elektromobilität investiert. Der Zulieferer errichtete Produktionslinien für entsprechende Fahrzeugkomponenten. Im vergangenen Jahr allerdings erwies sich dies abermals als Verlustgeschäft: Den am Montag veröffentlichten vorläufigen Jahreszahlen zufolge, kostete das Geschäft mit Teilen für batteriebetriebene Autos ElringKlinger rund 8,1 Millionen Euro.

Die Zahl der produzierten Elektroautos habe die Erwartungen von ElringKlinger im Jahr 2014 weit verfehlt, sagte Wolf. Erste Zahlen für das Jahr 2015 zeigten, dass der Absatz in diesem Jahr noch niedriger liegen könnte. Verbessere sich die Situation nicht, müssten die Kunden die bislang von ElringKlinger produzierten Komponenten für Elektroautos “woanders herbekommen”, sagte Wolf. Die entsprechenden Produktionslinien könne ElringKlinger auch anderweitig nutzen, sagte er Analysten.

Elektromobilität als Verlustgeschäft

Den Misserfolg der Elektromobilität bezeichnete Wolf als große Herausforderung für die ganze Automobilindustrie. Er sei gespannt, wie die Hersteller die europäischen Vorgaben zur Senkung des CO2-Ausstoßes vor dem Hintergrund erfüllen wollten.

Jenseits des Geschäfts mit Teilen für Elektroautos war ElringKlinger im vergangenen Jahr erfolgreich: Der Automobilzulieferer wuchs stärker als die weltweite Fahrzeugproduktion. Den vorläufigen Zahlen zufolge steigerte das Unternehmen den Umsatz um 15,3 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. Die Kontrollübernahme und Vollkonsoliderung des japanischen Joint-Ventures ElringKlinger Marusan trug dazu 23,1 Millionen Euro bei. Organisch, bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte lag der Zuwachs bei 11,2 Prozent.

Mit dem operativen Geschäft verdiente ElringKlinger rund 154,0 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Vergleichswert bereinigt um den Einmalertrag aus der Kontrollübernahme an Marusan bei 146,6 Millionen Euro. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) vor Kaufpreisallokation stieg im Jahr 2014 um 8,3 Prozent auf 162,3 Millionen Euro. Vor Steuern verdiente ElringKlinger mit 153,1 Millionen Euro im Vergleich zum bereinigten Vorjahreswert 16,6 Prozent mehr.

Für das angefangene Jahr rechnet ElringKlinger damit, dass das eigene Geschäft abermals wesentlich stärker wächst als der globale Automarkt: Das Unternehmen geht von einem organischen Umsatzwachstum um 5 bis 7 Prozent aus. Das um Einmaleffekte bereinigte EBIT vor Kaufpreisallokationen dürfte der Unternehmensprognose zufolge einen Wert zwischen 170 und 180 Millionen Euro erreichen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke