Der gemeinsam von Siemens und Nokia betriebene Netzausrüster Nokia Siemens Networks verhandelt laut Kreisen über den Kauf der Telekomausrüstungssparte des US-Technologieunternehmens Motorola.

NEW YORK (DJ/gk). Eine Übereinkunft könne in den kommenden Wochen erzielt werden, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Allerdings könnten die Gespräche auch noch scheitern. Beide Unternehmen sprächen über den möglichen Verkauf der Sparte, eine Transaktion könne ein Volumen zwischen 1,1 Mrd und 1,3 Mrd USD erreichen, sagte ein Informant. Eine Sprecherin von Motorola wollte zu den Informationen keinen Stellung nehmen.

Mit der Transaktion würde die Aufspaltung der Motorola Inc beschleunigt, sagten die Personen weiter. Die zur Diskussion stehende Motorola-Sparte stellt hauptsächlich ältere Ausrüstung für Telekommunikationsnetze her. Nokia Siemens würde darüber jedoch Zugang zu neuen Kunden erhalten, denen sie aktuelle Technik anbieten könnte.

Neben Nokia Siemens sei auch die chinesische Huawei Technologies Co interessiert. Huawei hat sich nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen ebenfalls um die Motorola-Sparte bemüht. Allerdings hätten sich die Verhandlungen abgekühlt, möglicherweise wegen Sicherheitsbedenken.

Nokia Siemens hatte ihr Interesse nie verheimlicht, mit Hilfe von Akquisitionen auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen versucht, zwei Geschäftsbereiche der insolventen Nortel Networks Corp zu übernehmen. Die Mobilfunksparte und die optische Netzwerksparte gingen letztlich aber an die schwedische Telefon AB LM Ericsson bzw die Ciena Corp.

Motorola steht kurz vor der Aufspaltung in zwei Unternehmen. Auf diese Weise hofft der Konzern, seinen Marktwert zu erhöhen. In einen Unternehmen sollen Netzwerkausrüstung und Kommunikationsgeräte für professionelle Kunden wie Polizei und Feuerwehr hergestellt werden. Das andere soll Mobiltelefone und Set-Top-Boxen für Fernsehgeräte produzieren.