Nordex-Vorstandschef Jürgen Zeschky ist offen für Übernahmen oder strategische Kooperationen.

Nordex-Vorstandschef Jürgen Zeschky ist offen für Übernahmen oder strategische Kooperationen. Aber es muss operativ Sinn machen. - Bild: Nordex

Neue Nahrung für Übernahmespekulationen: Der Windturbinenbauer Nordex sei laut aktuellen Meldungen bereit für eine Übernahme oder strategische Kooperationen.

Vorstandschef Jürgen Zeschky bestätigte dies zu Wochenbeginn und unterstrich: “Aber es muss Sinn machen.” Der zersplitterte Markt deute auf eine Konsolidierung hin. Letztes Jahr jedoch verkündete Zeschky noch, dass für den Windturbinenbauer eine Übernahme durch einen chinesischen Konkurrenten nicht in Frage käme.

Nicht für einen Schnäppchenpreis

Momentan müssen Interessenten aber noch viel bezahlen, denn der Börsenwert hat sich innerhalb des letzten Jahres auf über 1,53 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

Knapp 23 Prozent der Nordex-Anteile hält die BMW-Erbin Susanne Klatten, die 2008 bei dem Unternehmen eingestiegen war, als der Aktienkurs in etwa auf der aktuellen Höhe lag. Eine mögliche Erhöhung ihres Aktienpakets hatte sie bereits vor fünf Jahren vom Kartellamt abnicken lassen.

Schnelles Wachstum weiter im Fokus

Aufgrund der hohen Nachfrage wächst der Windturbinenbauer schneller als geplant, so Zeschky. Der Unternehmenslenker will weiter aufs Gas treten. Nach rund rund 1,7 Milliarden Euro umsatz in 2014 stellt man einen Umsatzanstieg auf 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro in Aussicht. Die Ebit-Marge soll auf fünf bis sechs Prozent steigen.

Die Zwei-Milliarden-Umsatzgrenze nimmt sich der Konzern bereits für den Herbst 2015 ins Visier. Mittelfristziele, darunter eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) sollen voraussichtlich von 7 auf 8 Prozent aktualisiert werden. Gleichwohl müssen sich die Aktionäre in Sachen Dividende weiterhin gedulden. “Wir erwarten nicht, vor 2016 eine Dividende zu zahlen”, sagte Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold.

Nach zwei verlustreichen Jahren war Nordex erst 2013 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Neben Kostensenkungen hatten dies florierende Geschäfte in Europa und dem Nahen Osten ermöglicht.

Andrea Hecht