Deutsche Kernkraftwerkzulieferer sollten ihre Produkt-, Marktentwicklungs- und Technologiestrategien

Deutsche Kernkraftwerkzulieferer sollten ihre Produkt-, Marktentwicklungs- und Technologiestrategien laut einer Studie überdenken, um an der Rennaissance der Kernenergie partizipieren zu können (Bild: Fotolia.com, philipus).

FRANKFURT (ks). Laut der Studie “Nuclear New Build Unveiled” der Unternehmensberatung A. D. Little ergibt sich aus den aktuell im Bau befindlichen und den geplanten Atomkraften ein weltweiter Gesamtmarkt (GM) bis 2030 von 2192 Mrd Euro.

Basierend auf aktuellen und geschätzten zukünftigen Marktanteilen der deutschen Firmen ist allerdings lediglich ein kumulierter Umsatz deutscher Firmen von heute bis 2030 von 42 Mrd Euro realistisch. Um diesen Umsatz wirklich zu erreichen, der einem weltweiten Marktanteil in Höhe von 2% entspricht, müssten proaktiv Produkt- und Marktentwicklungsstrategien umgesetzt werden und die Entwicklung neuer Technologieplattformen für verschiedene Reaktordesigns vorangetrieben werden, so die Studienautoren. Auch Förderungen wie die Bereitstellung von Exportkreditdeckungen für deutsche Exporteure in dieser Industrie müssten gesichert sein, um dieses Ziel zu erreichen.

Deutsche Firmen könnten trotz des Ausstieges aus der Kernenergie in Deutschland zu “signifikanten Teilen am Kernkraftwerksneubaumarkt partizipieren”, wenn die richtigen Schritte jetzt unternommen werden, schreiben die Experten von A. D. Little. Allerdings bestehe ein Risiko darin, dass der fehlende Heimatmarkt mittelfristig die Marktposition der deutschen Firmen schwächen werde, da eine Absicherung etwaiger Anstrengungen für Produktentwicklung und Internationalisierung durch den Heimatmarkt fehlt.

Um die Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen abzusichern und an der “Nuclear Renaissance” möglichst breit zu partizipieren, müssten deutsche Unternehmen zum einen Trends in der Reaktortechnologie frühzeitig aufgreifen, so zum Besipiel ein Comeback von Generation II (+) Designs in Emerging Marktes. Zum anderen müssten sie aktiv an der Supply-Chain-Gestaltung der Hauptlieferanten (z.B. EPC-Vertragsnehmer) mitwirken und Bestandteil dieser Supply Chain werden.