Crowdworking,Studie,ZEW

Crowdworking ist mittlerweile der Mehrheit der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und der Informationswirtschaft ein Begriff.

Das Konzept des Crowdworking, also die Vergabe von traditionell unternehmensinternen Aufgaben und Projekten über Onlineplattformen an externe Arbeitskräfte, die diese Aufträge gegen Bezahlung durchführen, verharrt somit auf einem ähnlichen Niveau wie bereits in der ersten Befragung zu diesem  Thema im Jahr 2014. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Unternehmensbefragung, die das ZEW im September 2016 im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) durchgeführt hat.

Die Befragung im verarbeitenden Gewerbe und im Wirtschaftszweig Informationswirtschaft (Branche Informations- und Kommunikationstechnologien, Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister) zeigt, dass Crowdworking als ein recht junges Konzept der digitalen Arbeit inzwischen an Bekanntheit deutlich zugelegt hat. War im Jahr 2014 lediglich rund 55 Prozent der Unternehmen der Informationswirtschaft das Konzept bekannt, so kennen mittlerweile mehr als drei Viertel der Unternehmen des Wirtschaftszweigs diese Arbeitsform.

Auch in Branchen des verarbeitenden Gewerbes ist der Begriff Crowdworking rund 70 Prozent der Unternehmen geläufig. Diese mittlerweile weite Bekanntheit spiegelt sich jedoch nicht in der tatsächlichen Nutzung durch die Unternehmen wider. Ähnlich wie bereits 2014 nutzen aktuell lediglich knapp über vier Prozent der Unternehmen der Informationswirtschaft Crowdworking, oder planen dies im kommenden Jahr. Unter den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes ist die Nutzung von Crowdworking mit einem entsprechenden Anteil von knapp zwei Prozent noch deutlich geringer verbreitet.

Ein Grund für die geringe Verbreitung der Nutzung von Crowdworking ist aus Sicht vieler Unternehmen, dass die eigenen Arbeitsinhalte sich nicht für die Bearbeitung über Crowdworking-Plattformen eignen. Weitere wichtige Hemmnisse beim Einsatz von Crowdworking sehen die Unternehmen in einem möglichen Abfluss von unternehmensinternem Wissen sowie Schwierigkeiten bei der Qualitätskontrolle der durch Crowdworking bezogenen Leistungen.

Wie zu erwarten, ist die Nutzung von Crowdworking in Unternehmen deutlich wahrscheinlicher, die in der Vergangenheit bereits außerhalb des Crowdworking freie Mitarbeiter auf Basis von Dienst- oder Werkverträgen eingesetzt haben.

Deutlich mehr Unternehmen als es gegenwärtig nutzen, sehen generell Einsatzmöglichkeiten von Crowdworking in ihrem Unternehmen. Überraschend erscheint hierbei, dass im Maschinenbau sowie im sonstigen verarbeitenden Gewerbe ähnlich viele Unternehmen Einsatzpotenziale für Crowdworking ausmachen wie unter den wissensintensiven Dienstleistern (11 bis 13 Prozent). Hier deutet sich also an, dass der Bezug von Dienstleistungen über Crowdworking-Modelle perspektivisch nicht auf den Dienstleistungssektor beschränkt sein muss.