Aixtron

US-Präsident Obama stellt sich gegen eine Übernahme des Unternehmens Aixtron. - Bild: Aixtron

Es war erst das zweite Mal, dass Obama einen solchen Schritt unternommen hat. Die Ablehnung der USA ist ein weiteres Zeichen, wie groß mittlerweile die Sicherheitsbedenken im Westen hinsichtlich des zunehmenden Übernahmehungers chinesischer Unternehmen sind. Und dies noch vor Antritt des designierten Präsidenten Donald Trump, der bereits scharfe Töne gegenüber China angeschlagen hatte.

In einer Stellungnahme vom Freitag sagte das US-Finanzministerium, Obama habe eine Übernahme Aixtrons durch die teils in chinesischem Staatsbesitz befindliche Fujian Grand Chip Investment untersagt. Damit folgte Obama der Empfehlung des Committee on Foreign Investment (CFIUS), das solche Übernahmen unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit prüft.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums beklagte sich über Anzeichen, dass von Seiten der Politik wirtschaftliche Übernahmen blockiert würden. "Der Kauf eines Unternehmens durch ein anderes Unternehmen sollte nach den Regeln des freien Marktes erfolgen", so der Sprecher. Aixtron beschäftigt in seinem Werk in Sunnydale, Kalifornien, etwa 100 Angestellte

Dieses Jahr kündigten Politiker bereits mehrfach Widerstand an, wenn es um Übernahmeversuche chinesischer Unternehmen im Bereich der Halbleiter-Industrie gegangen war. US-Politiker hatten zudem interveniert, wenn es sich um Käufe von Immobilien nahe militärischer Einrichtungen handelte.

Aixtron steht damit vor einer ungewissen Zukunft. Der Verkauf nach China im Volumen von 670 Millionen Euro sollte dem defizitären Unternehmen eigentlich dabei helfen, die Durststrecke zu überwinden.

Der Investor aus Fernost sollte dringend benötigtes Kapital für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stellen. Vorstand und Aufsichtsrat standen hinter dem Angebot. Nun könnten bei den Aachenern umfangreichere Veränderungen anstehen.

Dabei sah sich Aixtron und der Bieter bis Mitte Oktober noch auf der Erfolgsspur. Die Chinesen hatten sich deutlich mehr Anteile als notwendig an Aixtron gesichert. Als jedoch das Bundeswirtschaftsministerium die ursprünglich erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung überraschend wieder zurückzog, schlug das sowohl an der Börse als auch in der Politik hohe Wellen.

Als Begründung führte Berlin "sicherheitsrelevante Fragen" an. Im November empfahl dann die entscheidende US-Behörde Präsident Obama, den Deal zu kippen.