Geschäftsmänner Wirtschaft

Trotz der stabilen Wirtschaftslage und der weiter sinkenden Zahl der Erwerbslosigkeit sehen Wirtschaftsforscher einen wirtschaftlichen Abschwung im nächsten Jahrzent. - Bild: Pixabay

Berlin/München (dpa) - Trotz momentan schwächerer Auftragslage und Risiken durch Handelskonflikte sehen Konjunkturforscher Deutschland weiterhin auf stabilem Wachstumskurs. Für dieses Jahr sowie für 2019 und 2020 rechnen drei große Forschungsinstitute mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von jeweils 1,7 bis 2,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote soll erstmals seit der Wiedervereinigung im kommenden Jahr unter 5 Prozent sinken.

 

Gesamtwirtschaft ab 2020 geschwächt

In ihren Herbstprognosen vom Donnerstag gehen das Münchner Ifo-Institut, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin und das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) von einer sich 2020 allmählich abschwächenden Konjunktur aus. Das IfW sieht sogar Anzeichen dafür, dass "mit Beginn des nächsten Jahrzehnts dann der Abschwung einsetzen" wird. Das Institut begründet dies mit Engpässen etwa beim Personal und bei Gütern für die Produktion.

In ihren Herbstprognosen änderten zwei Institute (DIW, IfW) ihre Prognosezahlen vom Juni geringfügig nach unten, das Ifo hob seine Werte für 2018 und 2019 um einen Zehntelprozentpunkt an.

Arbeitslosenquote sinkt weiter

Die starke Nachfrage nach Arbeitskräften dürfte die Erwerbslosigkeit weiter drücken. Das DIW erwartet 2,21 Millionen registrierte Arbeitslose 2019 in Deutschland, das entspräche einer Quote von 4,9 Prozent. Im folgenden Jahr könnte die Zahl auf 2,10 Millionen und eine Quote von 4,6 Prozent sinken.

Im Juli gingen nach Angaben des Statistischen Bundesamts bei der deutschen Industrie 0,9 Prozent weniger Aufträge ein als im Vormonat. Im Juni hatte es bereits einen scharfen Rückgang um 3,9 Prozent gegeben.

Im Vergleich zu den Vorjahresmonat lag das Minus beim Auftragseingang im Juni bei 0,8 Prozent und im Juli bei 0,9 Prozent. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hieß es dazu, der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe sei nach wie vor sehr hoch "und das Geschäftsklima verbesserte sich zuletzt sogar wieder".