Unternehmen der Öl- und Gas-Branche steigern ihren Umsatz jährlich im Schnitt um 12,5 % (Bild:

Unternehmen der Öl- und Gas-Branche steigern ihren Umsatz jährlich im Schnitt um 12,5 % (Bild: Erikdegraaf /Fotolia).

Die Unternehmen aus den anlagenintensiven Branchen sind in den vergangenen Jahren schneller gewachsen als Unternehmen aus serviceorientierten und F&E-orientierten Branchen.

Gunnar Knüpffer

Gießen. Besonders stark sind Unternehmen in den Branchen Stahl, Öl und Gas, Energieversorgung und Chemie gewachsen. Diese Branchen fasst Accenture Management Consulting in ihrem aktuellen Phönix Report im so genannten Anlagencluster zusammen. Die Firmen dieser Branchen haben ihren durchschnittlichen jährlichen Umsatz um 12,5 % gesteigert. Die Gründe für das insgesamt hohe Rentabilitäts- und Wachstumsniveau liegen der Analyse zu Folge in absatzpreis- und produktivitätsbedingten Effekten. Die „überragende Ergebniskraft“ der anlagenintensiven Unternehmen zeige sich im durchschnittlichen operativen Ergebnis je Mitarbeiter: Dieses liegt mit über 76 000 Euro EBIT pro Mitarbeiter doppelt so hoch wie im so genannten Forschung & Entwicklung-Cluster (Pharma-Unternehmen sowie weitere F&E-intensive Branchen) und im so genannten Service-Cluster (Telekommunikation, Versicherungen, Banken, weitere service-intensive Branchen).
Die wachstumsstärksten Unternehmen im Zeitraum 2004 bis 2008 sind mit Abstand die der Öl- und Gas-Branche, die den Umsatz jährlich im Schnitt um 22 % nach oben schraubten. Am wenigsten wachsen die Chemieunternehmen mit knapp 9 %.
Herausragend rentabel sind die Stahl-, die Öl- und Gas-Branche sowie die Pharma-Branche. Sie erreichen eine durchschnittliche Eigenkapitalrentabilität von über 20 %. Unter Berücksichtigung des Risikos – gemessen anhand der Schwankung der Kapitalrenditen über die Zeit – schneidet die Pharmabranche mit hoher Rendite bei geringer Schwankung am besten ab. Geringere Durchschnittsrenditen erzielen Energieversorger, Telekommunikations- und Chemie-Unternehmen. Auch bei der Profitabilität erzielen Öl- und Gas, Pharma und Stahl im Durchschnitt Spitzenwerte um die 10 %, während Chemie, Energieversorgung und Telekommunikation im Schnitt unter 5 % liegen.
Die Pharma-Branche weist ebenso die höchste finanzielle Flexibilität auf. Diese Unternehmen zeichnen sich durch überdurchschnittliche Werte sowohl bei der Innenfinanzierungskraft als auch beim Fremdfinanzierungspotenzial aus. Dem stehen Branchen gegenüber, die in einer der beiden Dimensionen überdurchschnittlich stark sind: die Energieversorger vor allem bei der Innenfinanzierungskraft und die Öl- und Gas-Branche vor allem bei der Fremdfinanzierung. Die Öl- und Gas-Unternehmen konnten die wachstumsstarken Jahre 2004 bis 2008 dazu nutzen, die Verschuldung zu verringern, so dass sie über ein hohes Fremdfinanzierungspotenzial verfügen. Zum anderen konnte die Branche durch die Krise und den drastischen Verfall des Ölpreises im 3. Quartal 2009 nur geringe Mittel aus der operativen Unternehmenstätigkeit generieren und ist in ihrer Innenfinanzierungskraft eingeschränkt.