Ölpreise, WTI, Ölpipeline

Seit Juli 2015 hat US-Öl der Sorte WTI nicht mehr so viel gekostet. Die Preise steigen weiter an. - Bild: Pixabay

Mit 57,88 Dollar ist WTI so teuer wie zuletzt im Juli 2015. Brentöl verteuert sich um 1,0 Prozent auf 63,18 Dollar.

Die Rohstoffexperten der Commerzbank erklären den stärkeren Anstieg des WTI-Preises mit der Schließung einer Ölpipeline in den USA aufgrund eines aufgetretenen Lecks. Sie transportiere 590.000 Barrel Rohöl pro Tag von den kanadischen Ölsandfeldern in den Mittleren Westen der USA. Der Pipeline-Betreiber Transcanada habe verlauten lassen, seine Lieferungen bis Ende November um 85 Prozent zu reduzieren.

Ölvorräte sinken drastisch

Die geringeren Importe sprächen ceteris paribus für einen Lagerabbau in den USA um 5 bis 6 Millionen Barrel, so die Analysten. Der Branchenverband API habe bereits für die vergangene Woche einen überraschend kräftigen Rückgang der US-Rohölvorräte um 6,4 Millionen Barrel gemeldet Auch hier seien gesunkene Importe ein Grund. Die Pipeline-Schließung dürfte dabei aber noch keine Rolle gespielt haben.

Das US-Energieministerium veröffentlicht die offiziellen Lagerdaten im späteren Tagesverlauf. Hier dürfte neben der Lagerentwicklung auch die US-Rohölproduktion im Fokus stehen, so die Commerzbank. Sie habe in der vergangenen Berichtswoche bereits auf einem Rekordniveau von gut 9,6 Millionen Barrel pro Tag gelegen. Ein weiterer Produktionsanstieg könnte den Höhenflug der Ölpreise stoppen. Eine deutlichere Preiskorrektur dürfte aber erst nach der Opec-Sitzung am 30. November einsetzen.

Das bevorstehende Treffen der wichtigsten Ölförderländer hatte den Ölpreisen zuletzt bereits Auftrieb verliehen. Bei dem Treffen geht es unter anderem um die zeitliche Ausweitung der im März 2018 auslaufenden Einigung auf eine Förderdrosselung.