Eurofighter

Die österreichische Luftwaffe verzichtet auf den Eurofighter Typhoon. - Bild: Airbus

"Wir müssen die eskalierenden Kosten des Eurofighter unter Kontrolle bringen und die damit verbundenen enormen Kostenrisiken im Interesse des Steuerzahlers und auch in Bezug auf die anderen Branchen in den Streitkräften minimieren", sagte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil. Das Land will nun eine neue Flotte von 18 Überschall-Kampfjets erwerben.

Airbus erklärte, dies sei eine Entscheidung der österreichischen Regierung und der "Eurofighter funktioniert bei den anderen Kunden bestens".

Die Eurofighter-Affäre beschäftigt in Österreich auch die Justiz. Das Verteidigungsministerium hatte im Februar Anzeige gegen Airbus und die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH erstattet. Die Republik Österreich schloss sich der Anzeige an und macht Schadenersatz von bis zu 1,1 Milliarden Euro geltend.

Vorwurf der Täuschung

Der Vorwurf lautet, dass die beiden angezeigten Airbus-Unternehmen die Republik Österreich seit 2002 sowohl über den wahren Kaufpreis als auch über die wahre Lieferfähigkeit und wahre Ausstattung der Eurofighter-Abfangjäger in betrügerischer Absicht getäuscht haben sollen. Auch unter anderem gegen Airbus-Chef Tom Enders wird ermittelt.

2003 hatte die damalige, österreichische Regierung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel beim Airbus-Vorgänger EADS zunächst 18 Eurofighter Typhoon im Wert von 2 Milliarden Euro bestellt. Nach einem Regierungswechsel wurde die Zahl der Flugzeuge auf 15 und der Kaufpreis auf 1,7 Milliarden Euro reduziert. Bereits kurz nach der Bestellung der Eurofighter war der Verdacht aufgekommen, dass es bei dem Geschäft zu Schmiergeldzahlungen gekommen sei. Im Zusammenhang mit dem Geschäft läuft seit Jahren auch eine Untersuchung der Staatsanwaltschaft München wegen mutmaßlicher Korruption