Der russische Oligarch Leonid Lebedew verklagt den Energieversorger RWE. - Bild: Pressebild

Der russische Oligarch Leonid Lebedew verklagt den Energieversorger RWE. - Bild: Pressebild

Der Rechtsstreit zwischen RWE und dem russischen Oligarchen Leonid Lebedew geht in die nächste Instanz: Lebedews Unternehmen hat Berufung gegen die im März gefällte Entscheidung des Landgerichts Essen eingelegt.

Das Essener Gericht hatte die Klage auf Schadensersatz gegen den Energiekonzern wegen eines 2008 geplatzten Geschäfts als unzulässig abgewiesen.

RWE gehe weiterhin davon aus, dass die Klage “unzulässig und unbegründet” sei, sagte eine Sprecherin.

Der russische Sintez-Konzern von Lebedew hatte RWE und den früheren Vorstandschef Jürgen Großmann verklagt, nachdem RWE sich im September 2008 aus dem geplanten gemeinsamen Einstieg bei dem russischen Stromversorger TGK-2 zurückgezogen hatte. Die beiden Unternehmen hatten erst wenige Monate zuvor eine vorläufige Vereinbarung getroffen. Sie wollten gemeinsam einen vom russischen Staat gehaltenen Anteil von 33,5 Prozent an TGK-2 übernehmen und zusätzlich neue Aktien kaufen.

RWE begründete seinen Rückzug später damit, dass der Preis zu hoch und das Umfeld am Aktienmarkt ungünstig sei. Sintez hatte bereits Aktien an dem russischen Versorger erworben und sah sich durch den Ausstieg von RWE geschädigt: Die Sintez-Tochter Rustenburg reichte Ende 2012 Klage vor dem Landgericht Essen ein. Die Forderungen belaufen sich laut dem Gericht auf rund 674 Millionen Euro. Das Gericht erklärte die Klage aber im März für unzulässig, weil ein Londoner Schiedsgericht im Jahr 2010 bereits zugunsten von RWE entschieden hatte.

Das Essener Landgericht ließ allerdings die separate Klage gegen Großmann zu. Der ehemalige RWE-Chef will Rechtsmittel gegen diese Entscheidung einlegen, wie er nun der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte. Dem zuständigen Gericht sei noch kein Berufungsantrag bekannt, sagte der Sprecher des Oberlandesgerichts Hamm am Montag.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke