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Die Opec hat beschlossen, die Rohölförderung zu drosseln. - Bild: drpepperscott230/Pixabay

Das Ergebnis des informellen Opec-Treffens in Algier gab der Energieminister von Nigeria, Emmanuel Ibe Kachikwu, am späten Mittwoch bekannt. Sein katarischer Kollege, Mohammed Saleh Al-Sada, bestätigte die Angaben. "Das war ein sehr langes, aber historischen Treffen in Algier", fügte er hinzu. Um wieviel Barrel jedes einzelne Mitgliedsland seine Ölförderung drosseln soll, werde auf dem Opec-Gipfel am 30. November in Wien festgelegt.

Die Ölförderung der Opec-Länder macht etwa 40 Prozent des weltweiten Angebots an Rohöl aus. Seit zwei Jahren haben sie mit sehr niedrigen Ölpreisen zu kämpfen. Experten hatten dennoch erwartet, dass sich die Mitgliedstaaten in Algier nicht auf eine Drosselung der Förderung einigen können. Der algerische Energieminister Noureddine Boutarfaa versicherte, die Entscheidung sei "einstimmig und ohne Vorbehalte" gefallen.

Die Einigung ließ die Ölpreise unmittelbar deutlich steigen. Der Preis für ein Barrel WTI legte zum US-Settlement um 5,3 Prozent zu auf 47,05 Dollar, das war der größte Tagesgewinn seit April. Für Brent ging es in ähnlichem Umfang nach oben. Im asiatischen Handel am Donnerstag kostet WTI 46,98 Dollar.

Nach Bekanntwerden der Entscheidung rechnen die Händler am Donnerstag mit einer Rally auch der europäischen Ölwerte. Angesichts der ersten Opec-Entscheidung zur Fördersenkung seit 2008 und der erneut gefallenen US-Öllagerbestände legte der Subindex Energie im S&P-500 um 4,3 Prozent zu. Exxon gewannen 4,4, Conocophillips 7 und kleinere Förderer sogar bis zu 11 Prozent. Händler sehen darin jedoch zunächst nur eine Sentiment-Reaktion. "Details zur Förderbegrenzung soll es erst im November geben", sagt ein Teilnehmer. "Bis dahin ist alles Spekulation". Das Kursplus dürfte daher nur kurzfristig sein.

Analysten wie von Goldman Sachs erwarten bei einem Gelingen der Fördersenkung einen Ölpreisanstieg von 7 bis 10 Dollar je Fass Rohöl bis 2017. Dazu sei ein striktes Implementieren der Obergrenze von 32,5 bis 33 Millionen Barrel pro Tag notwendig. In der Vergangenheit hätten sich Opec-Mitglieder aber oft nicht an solche Vereinbarungen gehalten. Daher bestätigt das Öl-Team von Goldman seine gerade erst gesenkte Ölpreisprognose von 43 Dollar je Barrel für das laufende und 53 Dollar für das nächste Jahr.

Auch Morgan Stanley äußert sich skeptisch. Details seien rar und die Opec habe keinen guten Ruf, ihr Wort zu halten. Bereits im Frühjahr sei dieser Plan auf dem Treffen in Doha gescheitert. Zudem gebe es noch keine Länder-Allokation, die Diskussion darüber könnte den Plan ebenfalls in sich zusammenfallen lassen.