Opel-Chef Michael Lohscheller

Opel-Chef Michael Lohscheller möchte den Teilverkauf des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums möglichst sozial verträglich umsetzen. - Bild: Opel

"Das ist ein großer Deal, der bis zu 2000 Ingenieure betrifft", sagte Opel-Chef Michael Lohscheller am späten Dienstagabend (2. Oktober 2018) am Rande des Pariser Autosalons.

Der zum französischen PSA-Konzern gehörende Hersteller hatte vor rund einem Monat Pläne öffentlich gemacht, Unternehmensteile mit rund 2000 Beschäftigten an den französischen Entwicklungsdienstleister Segula Technologies abgeben zu wollen. Die Geschäftsteile sollen zu 100 Prozent an Segula übergehen. Hintergrund ist eine mangelnde Auslastung des Entwicklungszentrums. Die Verhandlungen sind bisher nicht abgeschlossen.

Rüsselsheim soll "Herz von Opel" bleiben

"Diese Dinge sollten - auch im Interesse der Beschäftigten - in einer vernünftigen Zeitspanne gelöst werden", sagte Lohscheller. "Ich glaube, dass der Betriebsrat, die IG Metall und wir ein Interesse daran haben, dies zu einem guten, konstruktiven Ergebnis zu bringen." Zum Zeitrahmen für einen Abschluss äußerte er sich nicht im Detail.

Das Entwicklungszentrum werde "das Herz von Opel" bleiben, sagte Lohscheller. "Wir werden dort alle Opel-Modelle entwickeln." Opel habe zudem Verantwortlichkeiten von der PSA-Gruppe erhalten, beispielsweise mit der Entwicklung von leichten Nutzfahrzeugen.

Auf die Frage, ob er sicher sei, dass kein weiterer Teil des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums mit derzeit rund 7000 Beschäftigen verkauft werden soll, sagte Lohscheller: "Ja, ich bin sicher."

PSA mit den Marken Peugeot, DS und Citroën hatte Opel vor gut einem Jahr übernommen und einen Sanierungskurs eingeleitet. Im ersten Halbjahr 2018 hatte der seit vielen Jahren Verluste schreibende Traditionshersteller mit Sitz in Rüsselsheim überraschend einen operativen Gewinn ausgewiesen.