Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hat die eigenen Mitarbeiter am Donnerstag vor allzu großer

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hat die eigenen Mitarbeiter am Donnerstag vor allzu großer Gelassenheit gewarnt. Es sei "sehr ambitioniert", im nächsten Jahr in die Gewinnzone zurückkehren zu wollen. - Bild: Opel

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hat vor allzu großer Gelassenheit gewarnt: Wenngleich man den Verlust im zweiten Quartal deutlich verringerte, wäre es “sehr ambitioniert”, im nächsten Jahr in die Gewinnzone zurückkehren zu wollen.

Die General-Motors-Tochter hält an dem Vorhaben trotz eines Rückschlags durch den Wirtschaftseinbruch in Russland fest. Neumann schrieb den Mitarbeitern nun aber in einem Brief, den Dow Jones Newswires eingesehen hat: “Dies wird alles andere als ein Spaziergang.”

Der Opel-Chef äußerte sich damit etwas vorsichtiger als bislang. Die am Donnerstag von der Konzernmutter General Motors vorgelegten Quartalszahlen deuteten gleichwohl auf erhebliche Verbesserungen hin: Der Autokonzern verbuchte zwischen April und Juni in Europa nur noch einen operativen Verlust (bereinigtes EBIT) von 45 Millionen US-Dollar, nach 305 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Schwierigkeiten in Russland

Neumann begründete seine Zurückhaltung denn auch unter anderem damit, dass das zweite Quartal für Opel üblicherweise das wirtschaftlich stärkste sei. Hinzu kämen die Diskussionen um die Zukunft der Euro-Zone. Sie seien “alles andere als hilfreich”, sagte Neumann. Die größte Belastung für Opel sind aber die Schwierigkeiten in Russland. Eine unter anderem von den Sanktionen gegen das Land ausgelöste Wirtschaftsschwäche hatte die Nachfrage nach Opel-Modellen einbrechen lassen. Das Unternehmen kündigte daraufhin an, sich von dem Markt zurückzuziehen.

Opel hatte nach früheren Plänen vorgesehen, allein in diesem Jahr rund 80.000 Fahrzeuge in Russland zu verkaufen. Das fehlende Russland-Geschäft treffe den Hersteller “vor allem bei den Verkaufszahlen für Corsa, Zafira und Insignia”, sagte Neumann nun. Damit werde Opel “nicht so schnell wachsen wie ursprünglich geplant”.

Gleichwohl wertete Neumann die aktuellen Zahlen als Zeichen für die Fortschritte des jahrelang verlustreichen Unternehmens. Opel habe “zum zehnten Mal in Folge” die internen Quartalsziele übertroffen. Der Hersteller habe im ersten Halbjahr rund 582.000 Fahrzeuge verkauft und damit seinen Marktanteil in Europa leicht gesteigert. Zugleich allerdings verschwand die Schwestermarke Chevrolet vom europäischen Markt. Der Europa-Marktanteil des gesamten General-Motors-Konzerns ging deshalb von 7,0 auf 6,2 Prozent zurück.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke