Karl-Thomas Neumann

Opels Ziel, 2016 zum ersten Mal seit Langem wieder einen Jahresgewinn zu verbuchen, ist gleichwohl in Gefahr. "Die Brexit-Entscheidung verheißt nichts Gutes", sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. - Bild: GM

Die Europa-Tochter des US-Konzerns General Motors (GM) verdiente zwischen April und Juni bereinigt um Sondereffekte und vor Steuern sowie Zinsen rund 100 Millionen US-Dollar, wie GM am Donnerstag mitteilte. Opels Ziel, 2016 zum ersten Mal seit Langem wieder einen Jahresgewinn zu verbuchen, ist gleichwohl in Gefahr. "Die Brexit-Entscheidung verheißt nichts Gutes", sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann in einer Video-Botschaft.

Das zweite Halbjahr werde vor dem Hintergrund "alles andere als einfach werden", warnte Neumann. Insbesondere auf seinem größten Markt Großbritannien spüre Opel schon jetzt "starken Gegenwind". Der Mutterkonzern GM bezifferte die Kosten des Brexits für das Unternehmen im zweiten Halbjahr auf bis zu 400 Millionen Dollar.

Opel-Chef Neumann sprach am Donnerstag gleichwohl von einem "großartigen Tag für Opel". Dass Opel zum ersten Mal seit Jahren einen "stattlichen" Quartalsgewinn erwirtschaftet habe, zeige, "welche großen Fortschritte wir in Europa machen". "Das Comeback der Marke Opel ist gelungen", sagte Neumann weiter.

Der GM-Konzern meldete am Donnerstag auch Verbesserungen auf anderen Kontinenten: Vor allem angesichts der anhaltend hohen Nachfrage in den USA verdiente das Unternehmen im zweiten Quartal unter dem Strich 2,9 Milliarden Dollar, nach 1,1 Milliarden Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Angesichts dessen erhöhten die GM-Verantwortlichen auch die Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Sie rechnen nun mit einem bereinigten Überschuss je Aktie zwischen 5,50 und 6,00 Dollar. Zuvor hatten sie einen Gewinn zwischen 5,25 und 5,75 Dollar vorausgesagt.