Von Nico Schmidt und Margit Feher, Dow Jones

FRANKFURT/BUDAPEST (ks)–Zu diesem Zweck sollen 800 neue Arbeiter eingestellt werden. Aktuell sind rund 600 Menschen in dem 1990 gegründeten Motoren- und Getriebewerk nahe der österreischischen Grenze beschäftigt. Durch die Erweiterung soll die jährliche Kapazität bis 2014 auf rund 750.000 Motoren von aktuell rund 250.000 steigen. Die Produktion der neuen Motoren soll Ende 2012 starten.

Bei den Motoren handele es sich um verbrauchsarme Benzin- und Dieselmotoren, die trotz kleiner Hubräume hohe Leistungen erbringen sollen, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Die Aggregate sollen in die Opel-Modelle vom Kleinwagen Corsa bis zur Mittelklasselimousine Insignia einfließen. Gegenwärtig sei es nicht geplant, Motoren aus der Produktion in Szentgotthárd für andere General-Motors-Marken zu verwenden, sagte der Sprecher.

Die Fertigung werde in einem Maß flexibilisiert, wie es bislang im Motorenbau noch nicht verwirklicht werden konnte, erklärte Opel-Produktionschef Reinald Hoben auf einer Pressekonferenz in Budapest. Das ermögliche es Opel, ohne Verzögerung auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können. “Seine moderne Technologie und seine hohe Flexibilität machen Szentgotthárd künftig zu einem der modernsten Motorenwerke weltweit”, so Hoben. Ungarns Premierminister Viktor Orban erklärte, die Regierung werde Mitte Oktober entscheiden, ob die Investition subventioniert wird.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Rüsselsheimer Traditionskonzern angekündigt, die Motorenproduktion in Kaiserslautern zu erweitern. Ab 2014 sollen in dem rheinland-pfälzischen Werk jährlich 230.000 statt bisher 150.000 Dieselmotoren für die Modelle Insignia und Zafira produziert werden, die der EU-Umweltnorm 6 entsprechen. Zusätzlich sollen neue Pressenstraßen angeschafft werden, in denen Karosserieteile gefertigt werden. Laut Betriebsratsangaben liegen die Investitionen in den Standort in der Westpfalz bis 2014 bei insgesamt mindestens 100 Mio Euro.

Mit den Investitionen erfüllt die Adam Opel GmbH Teile ihres im Februar vorgelegten Zukunftsplans. In den nächsten fünf Jahren wollen die Rüsselsheimer 11 Mrd Euro investieren, um die Modellpalette zu erneuern und sich für das schwierige Marktumfeld in Westeuropa zu wappnen.

Im bisherigen Jahresverlauf verkaufte Opel europaweit nur noch 660.517 (Vorjahr 718.079) Autos, der Marktanteil schmolz auf nur noch gut 7%. Besonders schwer litt das Traditionsunternehmen auf dem deutschen Heimatmarkt unter dem Wegfall der Abwrackprämie. Hierzulande brachen die Opel-Neuzulassungen zwischen Januar und August um fast 40% auf 147.024 Autos ein.