"Wir müssen für jeden Standort individuelle Lösungen finden", sagt Opel-Chef Michael Lohscheller.

"Wir müssen für jeden Standort individuelle Lösungen finden", sagt Opel-Chef Michael Lohscheller. - Bild: Opel

"Wir müssen für jeden Standort individuelle Lösungen finden", beschreibt Opel-Chef Michael Lohscheller die Lage hundert Tage nach Vorstellung des Sanierungsplans "Pace2. Unter dem vorherigen Eigentümer General Motors (GM) hatte Opel seit 1999 keine Gewinne mehr erzielt.

Die im Dezember begonnenen Verhandlungen mit der IG Metall zur Zukunft der deutschen Standorte Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach mit rund 19 000 Beschäftigten sind Lohscheller zufolge noch nicht abgeschlossen. "Wir haben mit unseren Sozialpartnern sehr schnell kurzfristige Maßnahmen wie Kurzarbeit und Vorruhestandsregelungen verabredet und dazu einen strukturierten Prozess, wie wir weiter vorgehen wollen. Wir gehen jetzt gemeinsam diese Themen durch. Ich bin sehr optimistisch, dass wir das gemeinsam mit den Sozialpartnern hinkriegen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Saragossa als Beispiel

Der Opel-Chef verwies auf den spanischen Standort Saragossa, wo eine deutliche Mehrheit der Arbeitnehmer für einen Fünf-Jahres-Zeitraum flexiblere Arbeitszeiten, geringere Zuschläge und Lohnsteigerungen unterhalb der Inflation akzeptiert hat. Auf einer verbesserten Kostenbasis soll dort nun exklusiv die Neuauflage des Modells Corsa einschließlich einer Elektro-Version vom Band laufen. "In Spanien haben wir eine Vereinbarung gefunden und dann investieren wir dort auch. (...) Wir versuchen jetzt, Werk für Werk, Standort für Standort, die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen, so dass wir dann entsprechend investieren können", sagte Lohscheller.

  • Ferrari

    Neue Modelle und Produkt-Innovationen lösen im Weltautomarkt im Jahre 2018 keine außerordentlichen Nachfrageerhöhungen aus. Das ist eine der Kernaussagen der Studie des CAR-Center Automotive Research. Modelle wie dieser Ferrari sind aber sicher überall auf der Welt begehrt. - Bild: Pixabay

  • Rom, Italien

    Platz 10: Italien. 2018 werden die Autobauer laut Studie rund 1.993.000 Autos in Italien absetzen. - Bild: Pixabay

  • Kanada, Highway

    Platz 9: Kanada. Im zweitgrößten Staat der Erde werden die Automobilhersteller 2018 laut einer Studie von Prof. Ferdinand Dudenhöffer circa 2.045.000 Autos verkaufen. - Bild: Pixabay

  • Paris, Frankreich

    Platz 8: Frankreich. Zwischen Ärmelkanal und Mittelmeer, Vogesen und Biskaya werden die OEMs 2018 rund 2.113.000 Pkw in Kundenhand übergeben. - Bild: Pixabay

  • Rio de Janeiro, Brasilien

    Platz 7: Brasilien. Im größten Land Südamerikas werden die Autobauer laut Dudenhöffer-Studie rund 2.192.000 Autos im Jahr 2018 verkaufen. - Bild: Pixabay

  • London, England

    Platz 6: Großbritannien. Im Insel-Königreich werden die OEMs 2018 ungefähr 2.507.000 Autos absetzen. - Bild: Pixabay

  • Berlin, Deutschland

    Platz 5: Deutschland. 2017 noch auf Platz 4, 2018 nur noch Platz 5. In der Bundesrepublik werden die Autobauer 2018 rund 3.388.000 Autos verkaufen. - Bild: Pixabay

  • Taj Mahal, Indien

    Platz 4: Indien. Das Land wird Deutschland 2018 beim Auto-Absatz überholen. Ungefähr 3.541.000 Autos werden die OEMs 2018 in Indien in Kundenhand übergeben. - Bild: Pixabay

  • Tokyo, Japan

    Platz 3: Japan. 4.459.000 Autos werden die OEMs 2018 laut Studie im japanischen Kaiserreich absetzen. - Bild: Pixabay

  • New York, USA

    Platz 2: USA. In den Vereinigten Staaten werden die Automobilhersteller laut Dudenhöffer-Prognose rund 16.930.000 Auots verkaufen. - Bild: Pixabay

  • China, Peking

    Platz 1: Unangefochtener Absatzchampion bleibt China. In der Volksrepublik werden die OEMs laut Dudenhöffer im Jahr 2018 gut 25.750.000 Autos absetzen. - Bild: Pixabay

Das vergleichsweise kleine Montage-Werk Eisenach soll künftig einen Geländewagen auf der PSA-Plattform EMP-2 bauen, die auch einen elektrischen Antrieb ermögliche. "Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Plan auf einer GM-Architektur, die eben keine Elektrifizierung erlaubt hätte. Ich halte die Planung für extrem positiv. Wir möchten das Fahrzeug dort ab 2019 produzieren." Zur Zukunft des zweiten in Eisenach gefertigten Modells "Adam" äußerte sich der Manager nicht.

"Wir versuchen jetzt, Werk für Werk, Standort für Standort, die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen, so dass wir dann entsprechend investieren können." - Opel-Chef Michael Lohscheller

Abhängigkeit von Europa reduzieren

Im Zentrum der Verhandlungen mit der Gewerkschaft steht das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim, in dem mehr als 7000 Ingenieure arbeiten. Es sei eine deutliche Stärkung, dass künftig jedes Opel-Modell am Stammsitz entwickelt und designt werde, was in der Vergangenheit nicht der Fall gewesen sei, sagte der Opel-Chef. "Darüber hinaus holen wir konzernweite Kompetenzzentren nach Rüsselsheim. Für eine gewisse Zeit haben wir auch noch sehr viel Arbeit für General Motors."

Große kommerzielle Hoffnungen setzt Lohscheller auf neue Finanzierungsangebote durch die neu aufgestellte Finanztochter und neue Modelle aus dem PSA-Entwicklungsverbund wie den jüngst vorgestellten kleinen Kastenwagen. "Der Hochdachkombi Combo ist eine Riesenchance für uns voranzukommen, weil wir in diesem Segment bislang nicht so stark vertreten waren." Die neuen Modelle auf PSA-Architekturen könne man auch ohne Beschränkungen schnell weltweit verkaufen. "Ich möchte, dass wir einen deutlich höheren Exportanteil haben, dass wir die Abhängigkeit von Europa Schritt für Schritt reduzieren."

Feiner planen und flexibler fertigen mit Delmia Ortems

Liefertermine einhalten und gleichzeitig Material- und Warenbestände reduzieren: Die Planungssoftware Delmia Ortems erfüllt zentrale Anforderungen der diskreten Fertigung an Feinplanung und Flexibilisierung.

In der Luftfahrtindustrie haben kleine Ursachen oft große Wirkungen: Fällt die Produktion bei einem Lieferanten aus, stehen nicht nur dort die Bänder still. Ob Airbus, Boeing oder Bombardier – oft sind einzelne Bauteile so speziell, dass es nur einen Hersteller auf der Welt dafür gibt. mehr...