Opel verschärft die Maßnahmen, um in Russland der Absatzkrise entgegenzutreten. Vom 23. März bis

Opel verschärft die Maßnahmen, um in Russland der Absatzkrise entgegenzutreten. Vom 23. März bis zum 15. Mai werde in der Produktionsstätte in St. Petersburg die Arbeit ruhen. - Bild: Opel

Vom 23. März bis zum 15. Mai werde in der Produktionsstätte in St. Petersburg die Arbeit ruhen, bestätigte ein Opel-Sprecher auf Anfrage. Das Branchenblatt “AUTOMOBIL PRODUKTION” hatte zuvor darüber berichtet.

Im Sommer 2012 hatte der Autobauer noch angekündigt, eine Milliarde US-Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren in Russland investieren zu wollen. Dabei ging es vor allem um den Ausbau des Werks in St. Petersburg. Demnach sollte die Kapazität bis zum Jahr 2015 auf 230.000 Fahrzeuge mehr als verdoppelt werden und die Zahl der Mitarbeiter von 2.500 auf 4.000 steigen. Auch die Produktion des Joint Ventures GM-Avtovaz in Togliatti sollte erhöht werden, sodass insgesamt eine Kapazität von 350.000 Fahrzeugen zur Verfügung stünde.

Davon ist Opel jedoch weit entfernt. Schon im vergangenen September hatte Opel die Produktion in St. Petersburg von zwei auf eine Schicht zurückgefahren und zudem 500 der damals rund 2.000 Beschäftigten am Standort ein Abfindungsangebot unterbreitet. Weitere kleinere Abfindungsrunden und eine natürliche Fluktuation hätten die Zahl auf mittlerweile nur noch rund 1.000 Beschäftigte reduziert, sagte der Sprecher weiter. Im vergangenen Jahr wurden in St. Petersburg nur knapp 37.000 Fahrzeuge produziert. Der Absatz der drei GM-Marken Opel, Chevrolet und Cadillac sackte im gleichen Zeitraum in Russland um 26,4 Prozent auf 189.484 Fahrzeuge ab.

Opel leidet unter drastisch abgesackten Verkäufen

Im September hatte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann bereits angekündigt: “Wir beobachten die Marktentwicklung in Russland sehr genau und passen unsere Expansionspläne an”. Neumann bestätigte damals, Opel stehe zu den bereits angekündigten Investments in das Joint Venture GM Avtovaz, welches den Marktstart des Chevrolet Niva im Jahr 2016 vorbereite. Aktuell prüfe Opel die Expansionspläne und das Timing in St. Petersburg, sagte ein Opel-Sprecher am Donnerstag.

Nicht nur Opel hat in Russland mit der Absatzkrise zu kämpfen. Die ganze Branche leidet unter den drastisch abgesackten Verkäufen. Im vergangenen Jahr wurden in Russland laut deutschem Branchenverband VDA insgesamt rund 2,5 Millionen leichte Fahrzeuge verkauft, was einem Minus von 10 Prozent entsprach.

GM ist in Russland mit den Marken Opel, Chevrolet und Cadillac vertreten. Im Werk in St. Petersburg werden gegenwärtig der Opel Astra und der Chevrolet Cruze gebaut. Andere Opel-, Chevrolet- und Cadillac-Fahrzeuge kommen aus den Werken der Partner Avtotor und GAZ in Kaliningrad und Nizhniy Novgorod. Der Chevrolet Niva wird im GM-Avtovaz Joint-Venture in Togliatti produziert.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke