Opel, verlieren, Werktag

Zwei Personen aus dem Umfeld von Opel und PSA sollen laut Medienberichten übereinstimmend gesagt haben, dass Opel an jedem Werktag derzeit rund vier Millionen Euro verliere. - Bild: Opel

Die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche berichtet unter Berufung auf Informationen aus Kreisen des Opel-Mutterkonzerns PSA von den Verlusten. Zwei Personen aus dem Umfeld von Opel und PSA hätten übereinstimmend gesagt, dass Opel an jedem Werktag derzeit rund vier Millionen Euro verliere.

Wichtige Weichen gestellt

Nach Angaben eines PSA-Managers hätten sich in den vergangenen Wochen Integrationsteams aus hochrangigen Vertretern von PSA, Opel und General Motors in Paris getroffen, schreibt die Automobilwoche. Dort seien bereits wichtige Weichen gestellt worden. PSA, die Opel am 1. August von General Motors übernommen hat, habe dem deutschen Hersteller innerhalb der PSA-Gruppe eine Sonderrolle zugestanden.

"Opel wird in vielen Bereichen weiter seine eigene Entwicklung gestalten", zitiert die Automobilwoche PSA. Allerdings gälten viele Opel-Motoren wegen kritischer Emissionswerte als nicht zukunftsfähig und dürften durch PSA-Motoren ersetzt werden. Arbeitnehmervertreter befürchteten, in der Entwicklung könnten nur noch 800 statt aktuell 7.700 Mitarbeiter benötigt werden, die dann im Wesentlichen für "Rebadging" - also die Anpassung von PSA-Technik auf die Marke Opel - zuständig wären.

Ziel: bis 2020 wieder profitabel sein

Ein Opel-Sprecher wollte die in dem Bericht genannten Zahlen auf Anfrage von Dow Jones Newswires nicht kommentieren. Man habe sich "das klare Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 wieder profitabel zu sein", hieß es in seiner Stellungnahme. "Das Unternehmen hat unmittelbar nach dem Closing am 1. August damit begonnen, einen Zukunftsplan zu entwickeln. Zu den Ergebnissen und Details dieses Plans werden wir uns zum gegebenen Zeitpunkt äußern", so der Sprecher.

Neuer europäischer Champion

Alle Beteiligten hätten mehrfach erklärt, dass bestehende Verträge, Beschäftigungsvereinbarungen und Standortgarantien respektiert würden. "Es ist wichtig, die Chancen zu sehen, die dieser Zusammenschluss bringt: Für uns ergibt sich die Chance, einen neuen europäischen Champion zu schaffen. Jegliche wilde Spekulation oder vereinfachte Berechnung über mögliche Stellenstreichungen ist nicht hilfreich, sondern verantwortungslos."