Die endgültige Entscheidung über das Opel-Werk in Antwerpen ist gefallen: Der Standort in der belgischen Hafenstadt wird zum Jahresende geschlossen.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”Leider war keiner der potentiellen Investoren in der Lage, ein tragbares Geschäftskonzept für das Werk vorzulegen”, teilte das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen am Montag mit.

Nachdem sich die Opel-Mutter General Motors Ende 2009 in letzter Minute überraschend entschieden hatte, die hessische Tochter doch nicht zu verkaufen, sondern in Eigenregie zu sanieren, kündigten die Amerikaner an, das belgische Astra-Werk mit seinen rund 2.300 Beschäftigten Mitte dieses Jahres schließen zu wollen. Im Frühjahr wiederum hieß es dann, das Management sei offen für eine von den Arbeitnehmervertretern angestrebte Investorenlösung und unterstütze die Suche nach einem Käufer für die Fabrik.

Das Werk in Antwerpen sollte zuletzt Ende 2010 geschlossen werden, wenn im September keine endgültige Einigung mit einem Investor gefunden wird. Reilly hatte in der Vorwoche am Rande des Pariser Autosalons gesagt, eine Entscheidung könnte in dieser Woche fallen. Wie Opel am Montag weiter mitteilte, sind die Rüsselsheimer auch in der nun beginnenden Auslaufphase gesprächsbereit, falls Investoren “noch sinnvolle Vorschläge” präsentierten.

Das Werk in Antwerpen ist das einzige, das dem Sparkurs der Rüsselsheimer zum Opfer fällt. Bis spätestens 2012 will sich Opel wieder in die Gewinnzone zurücksparen und zu diesem Zweck die Kapazitäten um ein Fünftel reduzieren. Dazu sollen gut 8.000 Stellen abgebaut werden.

Um den Standort für einen potenziellen Investor interessanter zu machen, hatte Opel mit Produktionszusagen gelockt. So sollte an dem Standort unter anderem das neue Astra Cabrio im Auftrag der Adam Opel GmbH montiert werden. Weitere Nischenprodukte hätten folgen können. Angesichts der verkehrsgünstigen Lage des Grundstücks in der belgischen Hafenstadt war auch nicht ausgeschlossen worden, dass ein branchenfremder Käufer Interesse zeigen könnte.