Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)–Mittelfristiges Ziel ist es, jährlich rund 100.000 SUVs zu verkaufen, wie das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen auf Anfrage von Dow Jones Newswires erklärte. Das wären mehr als drei Mal so viel wie im bisher besten Jahr.

Dabei setzt Opel auf den kleinen SUV auf Corsa-Basis und auf die für 2014/15 geplante Neuauflage des Antara. Der kleine SUV soll 2012 auf den Markt kommen. Entwickelt wird das Auto nach Angaben aus Unternehmenskreisen zwar in Rüsselsheim, es wird aber vermutlich in Südkorea bei der Schwestermarke Chevrolet vom Band rollen. Auch der Antara-Nachfolger, der dann auf der Astra-Plattform stehen soll, wird am hessischen Stammsitz entwickelt werden. Wo er gebaut werden wird, ist noch unklar.

Anfang des Monats hatte Opel den überarbeiteten Antara vorgestellt, mit dem das krisengebeutelte Traditionsunternehmen in den Markt sportlicher Geländewagen eingestiegen war. Künftig will man dem Segment in Rüsselsheim eine größere Bedeutung zumessen. “Der Antara ist ein Startsignal, mit dem wir uns im SUV-Segment zurückmelden. Die Marke Opel soll auch in dieser Fahrzeugklasse künftig wieder Stärke und Präsenz zeigen”, sagte Vertriebschef Alain Visser kürzlich.

Das SUV-Segment in Westeuropa ist nach Opel-Angaben – abgesehen von einem Einbruch im Zuge der Wirtschaftskrise – kontinuierlich gewachsen. Der Anteil sportlicher Geländewagen am Gesamtmarkt habe sich in den vergangenen fünf Jahren fast auf gut 4% fast verdoppelt. “Untersuchungen deuten darauf hin, dass innerhalb der nächsten Jahre von einem weiteren Wachstum dieses Segments auszugehen ist”, hieß es von dem traditionsreichen Autobauer. Details zu den Erwartungen waren nicht zu erfahren.

Mit dem stärkeren Engagement im SUV-Segment folgt Opel einem Trend: Nahezu alle Autobauer haben mittlerweile sportliche Geländewagen im Sortiment. Zuletzt wurden die SUVs dabei immer kleiner – so wie der Tiguan von VW, der BMW X1, der Mini Countryman oder der Nissan Juke. Auch Audi plant ein Modell unter dem Q3.

Automobilexperte Christoph Stürmer von der Beratungsgesellschaft IHS Automotive beurteilt das Ziel von Opel, den SUV-Absatz mittelfristig mehr als zu verdreifachen, als “ambitioniert”. Denn große Wachstumsperspektiven für das Segment sieht er in Europa nicht mehr. Opel sei im SUV- und Minivan-Segment – vor allem dank des erfolgreichen Meriva und Zafira – aber nicht schlecht aufgestellt, so der Branchenkenner.

Opel rüstet sich derzeit mit einem Sparprogramm sowie der Ausweitung der internationalen Präsenz und der Produktpalette für das schwierige Marktumfeld auf dem wichtigsten Absatzmarkt in Europa. In den nächsten fünf Jahren sollen 11 Mrd Euro in die Erneuerung der Modellpalette investiert werden, um neue Kunden zu gewinnen.