Von Nico Schmidt, Dow Jones

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Das Werk werde nun mit modernster Technologie ausgestattet, damit der neue Kleinwagen hocheffizient auf der existierenden Produktionslinie gebaut werden könne. Die notwendigen Investitionen bezifferte er auf 90 Mio Euro.

Der Kleinwagen, auch unter dem Arbeitstitel “Junior” bekannt, soll unterhalb des bislang kleinsten Autos der Marke mit dem Blitz, dem Corsa, angesiedelt werden. Der Opel-Stadtflitzer soll dem Trend hin zu kleinen, spritsparenden Wagen wie dem Fiat 500 und dem VW Fox Rechnung tragen und Anfang 2013 auf den Markt gebracht werden. Später könnte es auch eine strombetriebene Version geben.

Neben Eisenach war auch der spanische Standort Saragossa im Rennen um den “Junior”. Zuletzt hatte sich allerdings angedeutet, dass das Werk in Thüringen den Zuschlag erhalten dürfte. Das Bundesland hatte den Rüsselsheimern bereits im Frühsommer Investitionshilfen für diesen Fall in Aussicht gestellt.

In dem seit 1992 bestehenden Opel-Werk in Eisenach arbeiten aktuell rund 1.600 Menschen und montieren die dreitürige Version des Corsa. Der Standort litt in der Vergangenheit unter einer geringen Kapazitätsauslastung und galt daher zeitweise als Schließungskandidat. Opel-Chef Nick Reilly gab den vier deutschen Werken Ende November 2009, kurz nachdem sich General Motors überraschend gegen den Verkauf von Opel ausgesprochen hatte, allerdings eine Bestandsgarantie.

“Die 90-Mio-Euro-Investition wird die Rolle von Eisenach in unserem europäischen Fertigungsverbund deutlich stärken”, sagte Reilly am Donnerstag. Dank der Investitionen könnten die Eisenacher Arbeitsplätze für die kommenden Jahre als gesichert gelten. GM hat der Europa-Tochter einen Sparkurs verordnet, um Opel wieder in die Gewinnzone zurückzuführen. Um die Kapazitäten um ein Fünftel zu reduzieren, sollen europaweit 8.300 von insgesamt etwa 48.000 Arbeitsplätzen wegfallen.

Zudem soll Opel mit einer breiteren Produktpalette und einer stärkeren internationalen Präsenz wieder zukunftsfähig gemacht werden. Das Unternehmen will künftig auf fünf neuen Märkten aktiv werden, darunter China und Australien. Bislang sind die Rüsselsheimer vor allem von dem weitgehend gesättigten westeuropäischen Markt abhängig.

Wegen des schwierigen Umfelds verkaufte Opel im bisherigen Jahresverlauf europaweit nur noch 660.517 (Vorjahr 718.079) Autos, der Marktanteil schmolz auf gut 7%. Besonders schwer litt das Traditionsunternehmen unter dem Wegfall der Abwrackprämie auf dem deutschen Heimatmarkt. Hierzulande brachen die Opel-Neuzulassungen zwischen Januar und August um fast 40% auf 147.024 Autos ein.